Jugendliche
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13.10.2017

Fragen und Antworten zur Vorbereitung der Jugendsynode 2018 Ein Jahr vor der Synode

In einem Jahr versammeln sich Bischöfe aus aller Welt im Vatikan zur 15. Ordentlichen Bischofssynode. Ihr Thema: die Jugendlichen, ihr Glaube und ihre Lebensentscheidungen. Fragen und Antworten zum aktuellen Stand der Vorbereitungen.

Worum geht es bei der Bischofssynode 2018 zur Jugend?

Im vatikanischen Vorbereitungsdokument, das etwas sperrig von einer "Berufungsunterscheidung" spricht, heißt es, die Synode solle klären, wie Jugendliche "begleitet werden können, um die Berufung zur Liebe und zum Leben in Fülle zu erkennen und anzunehmen". Wichtig dabei und einfacher formuliert: Die Bischöfe wollen sich ein möglichst umfassendes und realistisches Bild vom Leben und Glauben "der Jugend" auf der Welt machen. Gemeint sind damit "alle Jugendlichen, ohne Ausnahme". Es geht darum, Antworten auf die Fragen junger Menschen zu finden. Zudem geht es um Wege der Kirche, Jugendliche in verschiedenen Lebenssituationen zu begleiten und zu aktiver Beteiligung in Kirche und Gesellschaft zu führen.

Wie werden Jugendliche selbst einbezogen?

Die Synode "über die Jugend" soll auch eine Synode "der Jugend" sein, sagt Papst Franziskus immer wieder. Dazu läuft noch bis Ende November eine weltweite Internetumfrage des Vatikan - für alle zwischen 16 und 29 Jahren. Bei einem internationalen Vorbereitungsseminar mit Jugendlichen in Rom wurden Vorschläge gesammelt. Dazu gehören ein Jugendteam, das die Synodenvorbereitungen unterstützt, ein Austausch von Jugendlichen und Bischöfen während der Synode, die Beteiligung junger Leute bei der Erarbeitung des Vorbereitungsdokuments ("Instrumentum laboris") sowie die Anregung, für den Papst ein Jugendberatergremium ähnlich dem Kardinalsrat einzurichten. Letzteres bezeichnete der für die Synode zuständige Kardinal Lorenzo Baldisseri als "sehr ambitioniert". Man wolle aber alles prüfen. Sicher ist, dass einige Jugendliche als Gasthörer ("Auditores") den Bischöfen bei der Synode von ihren Erfahrungen und von ihrem Alltag berichten sollen.

Außerdem hat der Papst für März 2018 ein vorsynodales Treffen im Vatikan angekündigt, zu dem junge Leute aus aller Welt eingeladen werden - ausdrücklich auch Angehörige anderer Religionen und Nichtgläubige. Die Ergebnisse sollen in die Vorbereitungen zur Jugendsynode einfließen.

Wie laufen die Vorbereitungen bisher international?

Wie üblich haben alle Bischofskonferenzen das Vorbereitungsdokument bekommen, inklusive eines speziellen Fragebogens. An der allgemeinen Internetumfrage haben laut Vatikan bis Anfang September etwa 110.000 Jugendliche und junge Erwachsene teilgenommen. Zum Teil wurde kritisiert, die Umfrage sei zu lang - ausgedruckt sind es 15 Seiten - und zu wenig über Soziale Medien beworben worden.

Bisher wurden nur sehr wenige Zwischenergebnisse bekannt. Demnach scheint in Australien jungen Leuten das Thema psychische Gesundheit und der Beitrag der Kirche dazu besonders wichtig zu sein. Zudem wünschen sie eine Kirche, die alle Menschen willkommen heißt. In Pakistan organisieren die Bistümer zur Vorbereitung auf die Synode Treffen, bei denen Spiritualität, Beten und Besinnung im Zentrum stehen. Die größten Probleme der Jugend im Land sind mangelnde Bildungsmöglichkeiten und das Fehlen sicherer und menschenwürdiger Arbeitsplätze.

Die Bischöfe aus Afrika wollen die örtliche Caritas bei den Vorbereitungen zur Jugendsynode einbeziehen. Zudem versprechen sie, alles zu tun, damit sich afrikanische Jugendliche in der Kirche zu Hause fühlen. Auch wollen sie ihren Teil dazu beitragen, dass Jugendliche bessere Ausbildungsmöglichkeiten erhalten.

Im Schweizer Kanton Zürich gibt es bis 29. Oktober noch die Aktion "Sag's dem Papst". Dazu reiste das Jugendseelsorge-Team in einem Papstmobil zu Schulen, Kirchplätzen und Bahnhöfen, um Jugendliche etwa zu fragen: Wer ist Gott für dich? Wenn du dich in deinem Leben für eine einzige Sache engagieren könntest, dann für welche? Wie sähe eine ideale Kirche für dich aus?

Wie ist der Stand der Dinge in Deutschland?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Fragebogen aus dem Vatikan mit Experten in allen Bistümern beraten. Darüber hinaus gab es im Juli ein "Youth Hearing" mit Jugendlichen. Die von den Bischöfen daraus erstellte Auswertung soll noch im Herbst nach Rom geschickt und auch veröffentlicht werden. Jugendbischof Stefan Oster kündigte eine sehr ehrliche Situationsbeschreibung an mit den Problemen, aber auch mit dem, was gut laufe in der Jugendarbeit. Außerdem wolle man - wie vom Papst gewünscht - beispielhafte Projekte aus Deutschland vorstellen, etwa die missionarische Aktion "Nightfever", die sozial ausgerichtete "72-Stunden-Aktion" des BDKJ sowie das christliche Orientierungsjahr "Basical" im Bistum Augsburg (siehe INFOBOX).

Und die Umfrage unter den Jugendlichen?

Die Bischofskonferenz und der Dachverband katholischer Jugendorganisationen BDKJ rufen dazu auf, sich noch bis zum 30. November an der Vatikan-Umfrage zu beteiligen. Neben der offiziellen deutschen Übersetzung gibt es eine weitere Fassung des Erzbistums Köln, die um einige bistumsspezifische Fragen ergänzt ist. Die Ergebnisse beider Umfragen werden direkt im Vatikan ausgewertet und sollen in die Vorbereitung der Synode einfließen. Der BDKJ wirbt auch mit einer Postkartenaktion in Kneipen und Cafes für die Umfrage.

Welche besonderen Herausforderungen zeichnen sich ab?

Bei den Teilnehmern der Vorbereitungsseminare und der Gasthörer stellt sich die Frage: Wie werden diese ausgewählt? Bei der Onlineumfrage: Welche Zielgruppen erreicht man? Manche fürchten, Jugendliche mit geringerer Bildung könnten außen vorbleiben. Gelingt es also, ein möglichst breites Spektrum junger Menschen zu erreichen und abzubilden?

Am Vorbereitungsdokument wurde teilweise kritisiert, das Thema "Sexualität und Körperlichkeit", das für junge Leute eine große Rolle spiele, sei weitgehend ausgespart. Offen ist also, ob und wie dies bei der Synode zur Sprache kommt.

Insgesamt scheint es große Unterschiede zu geben bei den Erwartungen, die mit der Synode verknüpft werden - etwa zwischen der Forderung nach einer neuen katholischen Sexualmoral auf der einen Seite und der Hoffnung auf mehr junge Menschen, die Priester oder Ordensleute werden, auf der anderen Seite.

Stefanie Stahlhofen und Gottfried Bohl
(KNA)

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