Domkapellmeister Franz-Peter Huber bei der Chorprobe
Domkapellmeister Franz-Peter Huber bei der Chorprobe
Franz-Peter Huber, Domkapellmeister in Fulda
Franz-Peter Huber, Domkapellmeister in Fulda

28.09.2017

Franz-Peter Huber sieht seine Arbeit als wichtige Jugendarbeit Der Domkapellmeister als Seelsorger

Jedes Jahr im Herbst kommen die deutschen Bischöfe in den Hohen Dom zu Fulda. Franz-Peter Huber sorgt seit 23 Jahren für die passende musikalische Begleitung anlässlich der Herbstvollversammlung.

Die Noten stapeln sich auf dem Schreibtisch von Franz-Peter Huber, dem Domkapellmeister am Hohen Dom zu Fulda. In einer halben Stunde ist Chorprobe, da bleibt noch kurz Zeit über seine Arbeit in Fulda zu sprechen. Die Deutsche Bischofskonferenz tagt in Fulda - wie jedes Jahr im Herbst. Eine seiner Sängerinnen steht im Büro und berichtet. Ihr Chor ist der 17-jährigen neben dem Modeln und dem Abitur wichtig. Eigentlich muss Esther zu einem Termin, aber ihr Chorleiter hat sie spontan überredet, doch noch ein bisschen vom Chor zu erzählen. Es ist ihre zehnte Bischofskonferenz, bei der sie im Domchor singen darf und mittlerweile Routine. Lustige Dinge, wie heruntergefallene Noten oder ein Witz vom Domkapellmeister passieren aber zum Glück immer wieder. Es wird klar: Franz-Peter Huber geht’s um die jungen Menschen und um den Spaß an der Musik: Esther soll ruhig selber vom Chorleben erzählen.

Die Jugendlichen stehen im Mittelpunkt

Für Huber ist es schon die dreiundzwanzigste Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe. Bei der Abschlussvesper soll der Dom zu Fulda noch einmal mit kräftigen, schönen Stimmen gefüllt werden. Franz-Peter Huber wirkt gelassen und routiniert. Er begrüßt mit einer Herzlichkeit seine Sängerinnen und Sänger, beruhigt freundlich aber bestimmt den Proberaum und stimmt am Klavier zum Einsingen an. Dass die Noten durcheinander geraten sind, verwundert ihn kurz, bringt ihn aber nicht aus dem Konzept. Nach dem Einsingen werden die Noten des Komponisten Hans Leo Haßler aufgeschlagen, dann das Kyrie Eleison geübt. Aber was ist das eigentlich für eine Sprache, fragt Huber in die Runde. Aus der ersten Reihe kommt: "Lateinisch". "Nein, das war doch die Ausnahme", sagt Huber. "Griechisch!" Genau.

Ein eingespieltes Team

Franz-Peter Huber sieht sich ein Stück weit als Seelsorger, sagt er. Viele der jungen Leute kennt er schon einen Großteil ihres Lebens. Auch zu den Ehemaligen hält er Kontakt. Silvester treffen sich die meisten wieder und dürfen natürlich in der Messe mitsingen. Das freundschaftliche Verhältnis zu den Sängerinnen und Sängern spürt man im Proberaum. Auch wenn der Kapellmeister einige Mädchen umsetzen muss oder öfter mal "Pssssscht" macht, der Chor wirkt wie ein eingespieltes Team. Im Chor sitzen heute Neun- bis Achtzehnjährige. Wichtige Jugendarbeit fällt einem da ein. Passend: Jugend war eines der Themen der Herbstvollversammlung.

"Für viele der einzige Kontakt zur Kirche"

"Vom Eltern-Kind-Singen bis ins gestandene Sängeralter", hier in Fulda wird die Musik gut gefördert, betont Huber. Für viele sei der Chor der einzige Kontakt zur Kirche. Dabei ist gerade Musik eine so gute Möglichkeit Jugendliche für Kirche zu begeistern. Aber auch in der Jugendmusik muss es weitergehen. Woanders, könne er sich vorstellen, sei die Förderung nicht so gut wie in Fulda. Vor ein paar Jahren, sei das schönste Kompliment eines auswärtigen Bischofs sinngemäß gewesen: "Ich würde Sie alle am liebsten einpacken und mitnehmen".

Huber: "Es muss weitergehen"

Die Bistümer müssen auf jeden Fall Schwerpunkte auch im Bereich Musik setzen und finanzielle Unterstützung bieten. Mit Blick auf die Jugendsynode ein interessanter Punkt. Kapellmeister Huber könnte sich auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Jugendamt vorstellen. Er will, dass die Musik nicht nur als Rahmenprogramm verstanden wird – und das werde sie auch nicht. Die Wertschätzung sei da. Wichtig sind Franz-Peter Huber aber vor allem die Kinder und Jugendlichen: "Die sind Gemeinde", sagt er. 

Jann-Jakob Loos

(dr)

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