Ittai Joseph Tamari, Leiter des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
Ittai Joseph Tamari, Leiter des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
Josef Schuster
Josef Schuster

14.09.2021

Jüdisches Zentralarchiv neu eröffnet Schatz und Vergewisserung

Mit einem Festakt ist das Zentralarchiv zur Geschichte der Juden in Deutschland an seinem neuen Standort in Heidelberg wiedereröffnet worden. Die Einrichtung des Zentralrats der Juden in Deutschland steht allen Interessierten offen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte, das Archiv verwahre das Gedächtnis der Jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik und sei ein großer Schatz.

"Ein solches Archiv ist von zentraler Bedeutung, um sich der eigenen Vergangenheit zu vergewissern. Gleichzeitig steht es allen Nichtjuden offen, um mehr über jüdisches Leben zu erfahren", so Schuster. Denn fast immer führe "mangelndes Wissen gerade über eine Minderheit zu gefährlichen Vorurteilen".

Steht allen Interessierten offen

Das "Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland" wurde 1987 in Heidelberg gegründet und archiviert seitdem Akten der Jüdischen Gemeinden sowie Literatur über das Judentum in Deutschland. Hinzu kommen Dokumente aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus und der Schoah. Es steht allen Interessierten offen. Das Archiv ist eine Einrichtung des Zentralrats der Juden in Deutschland und wird staatlich gefördert.

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) sagte, die Neueröffnung trage dazu bei, die jüdische Kultur in Deutschland für die Zukunft zu sichern. Das Archiv sei von unschätzbarem Wert. Nur wer wisse, woher er komme, könne auch darüber nachdenken, wer er künftig sein wolle. "Ich bin davon überzeugt, dass das Zentralarchiv auch der Ort ist, an dem in Zukunft weiteres Wachstum jüdischen Lebens dokumentiert werden wird", so die Ministerin.

Derzeit liegen im Archiv rund 2.000 laufende Meter Akten, hauptsächlich von Jüdischen Gemeinden, Verbänden und Personen aus der Zeit nach 1945. Aus diesen Akten lässt sich der Aufbau und die Vielfalt jüdischen Lebens im Nachkriegsdeutschland nachvollziehen.

Ein bis 1938 existierendes Vorläuferarchiv zerstörten die Nationalsozialisten. Archiv-Informationen nutzten sie für die Verfolgung von Juden.

Digitalisierung voranbringen

Archivleiter Ittai Joseph Tamari kündigte an, die begonnene Digitalisierung voranzubringen und so die Bestände besser zugänglich zu machen. Beim Festakt betonte er, wichtig sei es auch, die Zusammenarbeit mit anderen Archiven im In- und Ausland auszubauen.

Der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann, sagte seine Unterstützung zu. "Archive benötigen einen langen Atem und man richtet sie nur ein, wenn man bleiben will. Insofern danke ich dem Zentralrat sehr, dass Sie uns mit der Neueröffnung dieses wichtige Zeichen geben."

Das Zentralarchiv hat seinen neuen Sitz auf dem Gelände der ehemaligen Tabakfabrik Landfried in der Heidelberger Innenstadt.

Durch die Förderung des Bundesinnenministeriums konnten auch neue Archivmitarbeiter eingestellt werden.

(KNA)

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