Purim (Archiv)
Purim (Archiv)
Verkleidete Teilnehmer einer Feier am Purimfest
Verkleidete Teilnehmer einer Feier am Purimfest

25.02.2021

Kreative Ideen zum jüdischen Fest Purim in der Corona-Pandemie Mund-Nasen-Schutz soll nicht die einzige Maske sein

Kinder verkleiden sich und machen Lärm, Erwachsene treffen sich zum Essen und Trinken. Purim ist ein fröhliches jüdisches Fest. Damit der Spaß in Corona-Zeiten nicht flöten geht, sind einmal mehr kreative Ideen gefragt.

Dieses jüdische Fest ist laut, feucht und fröhlich - normalerweise. Doch zum zweiten Mal in Folge muss auch Purim wegen der Corona-Pandemie anders als sonst verlaufen. In diesem Jahr fällt es auf den 26. Februar und beginnt bereits am Vorabend. Gewöhnlich verkleiden sich vor allem die Kinder, Familien und Freunde kommen zusammen, um zu essen und zu trinken. Alkohol, auch in größeren Mengen, spielt eine Rolle. Doch wegen geltender Kontaktbeschränkungen werden Juden weder in Schulen und Kitas noch in Synagogen und im privaten Kreis in großen Runden zusammenkommen können.

Rettung der Juden vor der Vernichtung der Perser

Purim fällt deshalb freilich genauso wenig aus wie andere Feiertage. Also sind auch hier kreative Ideen gefragt - wie schon so häufig in der Pandemie. "Soll etwa unser einziges Kostüm dieses Jahr eine Krone und eine Maske sein?", fragt etwa die Union Progressiver Juden. Die Antwort fällt deutlich aus: "Nein, nein, nein!" Denn auch jetzt solle man mit Purim "Lieder, Tänze, Masken, Kostüme und glückliches Lachen" verbinden. Die Lösung: Die Union rief zu einem Wettbewerb um die am schönsten dekorierten Purim-Masken mit Hilfe von eingesandten Fotos auf - und damit ist nicht der Mund-Nasen-Schutz gemeint.

An Purim wird die Rettung der Juden vor der Vernichtung durch die Perser gefeiert. Das biblische Buch Esther berichtet, dass der Judenfeind Haman an einem durch ein Los (pur) bestimmten Tag alle Juden in Persien umbringen wollte. Königin Esther konnte dies verhindern, die Juden wurden dem Schutz des persischen Königs unterstellt, Haman und seine Gehilfen getötet. Am Fest liest der Rabbiner in der Synagoge aus der Estherrolle. Fällt der Name Haman, übertönen ihn die Anwesenden mit lauten Geräuschen, etwa mit Rasseln.

Bei den Feierlichkeiten soll nach dem Synagogenbesuch so viel Wein getrunken werden, dass man nicht mehr zwischen "Gesegnet sei Mordechai" (Gut) und "Verflucht sei Haman" (Böse) unterscheiden kann. Zu Purim gehört aber nicht nur Alkohol. Gerne gegessen wird auch ein dreieckiges Gebäck, das Hamantaschen genannt wird. Zudem werden Essen und Geschenke an die Familie und auch an arme Menschen verteilt. Am Tag vor Purim wird gefastet.

Klare Trennlinie zwischen Karneval und Purim

Und am Fest selbst? "Ich setze mir vielleicht ein Hütchen auf", sagt Aaron Knappstein. Er gehört der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln an und ist zudem Präsident des Kölner Karnevalsvereins "Kölsche Kippa Köpp". Auch in dieser Funktion musste er in diesem Jahr kürzer treten, denn der Karneval fiel bekanntlich vielerorts ebenfalls wegen der Pandemie aus. Zugleich betont Knappstein, dass er zwischen Karneval und Purim eine klare Trennlinie ziehe.

Seine Gemeinde werde zu Purim einen Online-Gottesdienst anbieten. "Daran nehme ich teil, und ich finde es auch gut, dass es diese Möglichkeit gibt", betont Knappstein. Er kann sich vorstellen, dass Gottesdienstteilnehmer auch in diesem virtuellen Format Kostüme anlegen und Rasseln parat halten würden. Auch für die Zeit nach den großen Corona-Einschränkungen wäre es aus seiner Sicht begrüßenswert, wenn analoge und digitale Gottesdienste parallel angeboten würden.

In Israel sollen ebenfalls Purim-Feiern eingeschränkt werden. So sehen Richtlinien des israelischen Gesundheitsministeriums Medienberichten zufolge vor, die traditionellen Kostümparaden und Partys zu verbieten. Gottesdienste mit der Lesung des biblischen Esther-Buchs sollen auf Gruppen von maximal zehn Teilnehmern begrenzt werden. Im vergangenen Jahr hatten die Purim-Feiern in Israel für einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen gesorgt - das Virus lässt sich leider nicht mit dem Geklapper von Rasseln vertreiben.

Leticia Witte
(KNA)

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Tageskalender

Radioprogramm

 17.04.2021
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Die offene Lichterkirche im Siegerland
  • Beerdigung von Prinz Philip
  • Reportage zum "Tag der Bahnhofsmission"
  • Begegnung "Vis-à-vis" in der Kulturkirche Oberberg
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Purple Schulz im Interview
  • Radiorätsel "Es muss nicht immer ein Kelch sein"
  • A.D. Luther auf dem Reichstag zu Worms
  • Tag der Bahnhofsmission
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Purple Schulz im Interview
  • Radiorätsel "Es muss nicht immer ein Kelch sein"
  • A.D. Luther auf dem Reichstag zu Worms
  • Tag der Bahnhofsmission
16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

Lichterfeier aus Taize

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!