Das Schofarhorn wird auch beim Morgengebet des jüdischen Neujahrsfestes Rosch Haschana geblasen.
Das Schofarhorn wird auch beim Morgengebet des jüdischen Neujahrsfestes Rosch Haschana geblasen.
Bischof Georg Bätzing hielt sich in der Debatte bisher zurück
Bischof Georg Bätzing

17.09.2020

Katholische Bischöfe senden Wünsche zu jüdischem Neujahrsfest Corona, Verschwörungen und Zentralrat

Im Namen der deutschen Bischöfe hat Georg Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, den Juden in Deutschland Mut und Hoffnung im neuen Jahr zugesprochen. Am Freitag feiern jüdische Gläubige das traditionelle Neujahrsfest.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hat den Juden in Deutschland Segenswünsche für das neue Jahr übermittelt. Die kommenden Feiertage sollten Mut und Hoffnung für das neue Jahr geben und das "Vertrauen auf Gottes Treue auch in der Corona-Pandemie" stärken, schreibt Bätzing in einem am Donnerstag veröffentlichten Grußwort im Namen der deutschen Bischöfe an den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster.

Am Freitagabend beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana; zehn Tage später steht der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur, der Versöhnungstag, an.

Bätzing: Angewiesenheit auf soziale und physische Nähe

Der Limburger Bischof erinnerte in seinem Grußwort an die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Schutzmaßnahmen. "Auch das Leben der jüdischen und christlichen Gemeinden war und ist davon betroffen. Die hohen jüdischen Feiertage werden nicht wie gewohnt begangen werden können." Gerade an solchen Tagen werde deutlich, "wie sehr wir auf soziale Beziehungen und auf die physische Nähe unserer Mitmenschen angewiesen sind".

Viele Menschen hätten ein hohes Maß an Solidarität und Selbstdisziplin gezeigt und täten es noch immer.

Allerdings seien in der Pandemie auch Verschwörungsmythen verbreitet worden. "Nicht selten sind diese Verschwörungsmythen antisemitisch kontaminiert und fördern die gesellschaftliche Verbreitung antijüdischer Vorurteile. Sie bilden den Nährboden für antisemitische Anschläge wie auf die Synagoge in Halle an Jom Kippur", so Bätzing. Verschwörungsideologen und Vorurteilen entgegenzutreten, sei die Pflicht aller Bürger "und nicht zuletzt" auch der Christen.

Würdigung des Zentralrats der Juden in Deutschland

Bätzing erinnerte auch an positive Ereignisse. So habe der Zentralrat jüngst sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Was nach der Schoah als Provisorium geplant worden sei, sei heute "eine hoch respektierte Institution, deren Stimme in der Gesellschaft ebenso wie in den Kirchen Gehör findet".

Auch erwähnte Bätzing die erste gemeinsame Fachtagung der Deutschen Bischofskonferenz mit der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland im November 2019 und einen gemeinsamen Gesprächsabend mit dem Zentralrat anlässlich der Öffnung der vatikanischen Archive aus der Zeit des Pontifikats von Papst Pius XII. im vergangenen Februar.

(KNA)

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