Ultraorthodoxer Rabbiner nach riesiger Hochzeit Corona-infiziert

Verstoß gegen sämtliche Corona-Auflagen

Mit tausenden Gästen hat eine Hochzeit im Milieu der chassidischen Belz-Bewegung, einer der bedeutenden Gruppen im ultraorthodoxen Judentum, gegen jegliche Covid-19-Schutzmaßnahmen verstoßen. Für den Rabbiner hat das Folgen.

Symbolbild: Ultraorthodoxe Juden / © Corinna Kern (KNA)
Symbolbild: Ultraorthodoxe Juden / © Corinna Kern ( KNA )

Das Oberhaupt der Bewegung, Rabbiner Jissachar Dov Rokeach, ist mit einer Covid-19-Infektion in das Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus eingeliefert worden, wie die Online-Zeitung "Ynet-News" berichtete.

Rokeach gilt als der einzige prominente ultraorthodoxe Rabbiner, der die Corona-Schutzmaßnahmen grundsätzlich ablehnt. Demnach leitete er in den vergangenen Monaten Massengebete sowie Religionskurse und führte große Menschengruppen ohne Masken an die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt.

Der spirituelle Schaden durch das Befolgen der Richtlinien des Gesundheitsministeriums sei wesentlich größer als das Risiko für die körperliche Gesundheit. Seine Anhänger hielt er aus Sorge vor weiteren Einschränkungen für die Gemeinschaft an, keine Erkrankungen zu melden.

Verstoß gegen sämtliche Corona-Auflagen

An der Hochzeit von Rokeachs Enkel hatten am 5. August tausende strengreligiöse Juden teilgenommen. Die Feier, die teilweise in einem geschlossenen Raum der Belzer Synagoge stattgefand, verstieß gegen sämtliche Auflagen des Gesundheitsministeriums. Die im Jahr 2000 eingeweihte Synagoge mit rund 6.000 Sitzplätzen liegt in einem wegen der hohen Infektionszahlen als "rotes Gebiet" gekennzeichneten Stadtviertel, das unter Ausgangssperre steht.

Die Polizei erließ Bußgelder gegen Teilnehmer und Veranstalter der Feier und kündigte eine Untersuchung an.


Quelle:
KNA