Hakenkreuz und durchgestrichener Davidstern an einer Gedenkstätte
Hakenkreuz und durchgestrichener Davidstern an einer Gedenkstätte

24.01.2020

Warnung vor Antisemitismus Kirchen sprechen von "Schuldgeschichte"

Viele Deutsche fürchten eine Ausbreitung von Judenfeindlichkeit. Eine große Mehrheit der Bürger ist über den starken Anstieg sehr besorgt. Die beiden großen Kirchen riefen dazu auf, Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten.

Kurz vor dem 75. Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am Montag wenden sich Vertreter der Kirchen und Menschenrechtler gegen Antisemitismus und das Vergessen. Die beiden großen Kirchen sprachen auch von einer eigenen "Schuldgeschichte". Eine infratest-dimap-Umfrage für die Deutsche Welle ergab außerdem, dass die Deutschen mehrheitlich auch künftig an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern wollen. Eine weitere Umfrage zeigt, dass 57 Prozent der Deutschen Antisemitismus für ein wachsendes Problem halten.

Antisemitismus entschlossen entgegentreten

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, riefen Politik und Gesellschaft am Freitag dazu auf, Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten. Die "jüdischen Brüder und Schwestern" müssten überzeugt sein können, dass die Christen an ihrer Seite stünden.

Marx und Bedford-Strohm betonten, dass die Kirchen nicht darüber hinwegsehen dürften, "dass viele Christen mit dem nationalsozialistischen Regime kollaboriert, zur Verfolgung der Juden geschwiegen oder ihr sogar Vorschub geleistet haben". Verantwortliche und Repräsentanten der Kirchen hätten oft "mit dem Rücken zu den Opfern" gestanden. Zu dieser "Schuldgeschichte" müssten sich die Kirchen in Deutschland bekennen. "Der tief auch in den Kirchen verwurzelte Judenhass der früheren Zeiten nährte den Judenhass der Moderne. Auch diesem Schulderbe müssen sich die Kirchen stellen."

Pax Christi fordert Antworten auf aktuelle Gefahren für die Demokratie

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi betonte, dass am 75. Jahrestag der Blick nicht nur zurückgehe; vielmehr brauche es Antworten auf aktuelle Gefahren für die Demokratie, heißt es in einer in Mainz veröffentlichten Erklärung. Der Präsident der deutschen Sektion von Pax Christi, der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, rief zum Widerstand gegen neuen Nationalismus, Geschichtsrevisionismus und eine Verharmlosung von NS-Verbrechen auf. Ähnlich äußerte sich die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio.

Umfrageergebnisse zeichnen gemischtes Bild

Unterdessen wurden am Freitag Ergebnisse einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos veröffentlicht. Demnach halten 57 Prozent der Deutschen Antisemitismus im eigenen Land für ein wachsendes Problem; jeder dritte Bundesbürger (33 Prozent) stimmte dieser Aussage nicht zu. 74 Prozent erklärten, dass das Thema der Verfolgung der Juden in Europa weiterhin ein fester Bestandteil des Geschichtsunterrichts an allen deutschen Schulen bleiben sollte.

Die weitere infratest-dimap-Umfrage für die Deutsche Welle ergab zudem, dass 55 Prozent den gesellschaftlichen Umgang mit der Erinnerungskultur als angemessen empfinden. Für jeden Vierten (25 Prozent) sind demnach die Erinnerungen an das Nazi-Regime "zu viel". Jeder Sechste (17 Prozent) erklärte wiederum, es werde zu wenig an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert.

Während 37 Prozent der Befragten einen "Schlussstrich" unter die Geschichte des Nationalsozialismus ziehen wollen, forderten 60 Prozent, sich auch weiterhin in gleichem Maße mit dieser Zeit zu beschäftigen. Große Unterschiede zeigten sich beim Bildungsgrad.

Leticia Witte
(KNA)

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