Eine junge Frau als Hauptmann bei der Bundeswehr
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Die Kantorin des sogenannten "Egalitären Minjans" aus Frankfurt
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Ein Kind an einem für das jüdische Neujahrsfest (Rosch Haschana) gedeckten Tisch
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Ein junges Mädchen aus der Frankfurter jüdischen Gemeinde
Ein junges Mädchen aus der Frankfurter jüdischen Gemeinde

12.05.2019

Fotograf Rafael Herlich zur Schau im Jüdischen Museum Westfalen "Ich wollte zeigen, dass Juden Menschen wie du und ich sind"

Das Jüdische Museum Westfalen präsentiert eine Fotoausstellung über jüdische Frauen in Deutschland. Im Interview spricht der aus Tel Aviv stammende Rafael Herlich darüber, welche Geschichten hinter seinen Fotografien stecken. 

Das Jüdische Museum Westfalen präsentiert eine Fotoausstellung über jüdische Frauen in Deutschland. Die Ausstellung zeigt vom 12. Mai bis 25. August in Dorsten Bilder des Fotografen Rafael Herlich aus dem Fotozyklus "Nashim - Fotografien und Geschichten jüdischer Frauen in Deutschland".

Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) spricht der aus Tel Aviv stammende Herlich am Freitag in Frankfurt darüber, welche Geschichte hinter seinen Fotografien ihn besonders bewegt hat und warum ihm die junge Generation so wichtig ist.

KNA: Herr Herlich, warum liegt Ihnen die Porträtierung jüdischer Frauen besonders am Herzen?

Rafael Herlich: Nicht nur jüdische Frauen liegen mir am Herzen, auch jüdische Männer lassen sich in meinen Fotografien finden. Es geht mir allgemein darum, klar zu zeigen, wie Juden heute in Deutschland leben. Ich möchte, dass Menschen die Gesichter der jüdischen Bevölkerung sehen - wie stolz, selbstbewusst und modern sie lebt. Ich möchte die Ängste und Freude der Juden durch meine Fotos vermitteln und zeigen, dass sich jeder Bundesbürger damit identifizieren kann.

KNA: Was war Ihnen bei der Motivwahl besonders wichtig?

Herlich: Viele meiner Werke sind spontan entstanden, ohne viel Planung. Für mich war es am allerwichtigsten, keine Prominenten abzubilden. Vielmehr wollte ich zeigen, dass Juden Menschen wie du und ich sind. Heutzutage hat sich die Beschimpfung "du Jude" fast normalisiert, dabei wissen die meisten nicht einmal, wie ein Jude überhaupt aussieht. Das möchte ich mit meinen Fotografien ändern.

KNA: Welches Ihrer Fotos oder welche Geschichte dahinter bewegt Sie besonders?

Herlich: Das ist schwer zu sagen, alle meine Fotografien spielen eine besondere Rolle für mich. Aber sehr bewegend ist die Geschichte hinter dem Porträt von Esther Bejarano. Sie ist eine Überlebende des Holocaust. Damals im Konzentrationslager musste sie Musik in einem Orchester spielen. Jedes Mal, wenn ein neuer Deportationszug mit Juden im Lager ankam, spielte das Orchester. Damit sollte den Ankömmlingen suggeriert werden, dass nichts Schlimmes passieren wird.

KNA: Was wollen Sie mit Ihrer Ausstellung bewirken?

Herlich: Ich wünsche mir, dass die Menschen nicht weggucken. Gesten wie der Hitlergruß oder "Jude" als Schimpfwort sind momentan fast Normalität. Deswegen ist es wichtig zu wissen, wer damals in das Konzentrationslager nach Auschwitz kam und warum es solche Konzentrationslager überhaupt gab. Diese Geschichte und die Gründe dahinter sollen den Menschen wieder mehr verdeutlicht werden.

Besonders die jüngere Generation liegt mir am Herzen.

KNA: Inwiefern?

Herlich: Ich kenne Geschichten von jüdischen Kindern, die in der Schule mit Hitlergruß begrüßt wurden oder hinter deren Rücken im Klassenzimmer Gasgeräusche nachgeahmt wurden. Dabei wissen die Kinder, die diese Hänseleien vornehmen, meistens gar nicht genau, was das alles bedeutet. Für mich ist deswegen besonders wichtig, aufzuklären und klar zu machen, dass das nicht die Normalität sein darf. Zivilcourage derer, die diese Hänseleien mitbekommen, ist wichtig. Da möchte ich unterstützend und aufklärend wirken.

Das Interview führte Anna Franziska Veyhelmann.

(KNA)

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