26.02.2019

"Woche der Brüderlichkeit" wird am 10. März in Nürnberg eröffnet "Gemeinsam gegen Judenfeindschaft"

Provokationen wie Videos, die das Aufmarschieren von Neonazis zeigen, müssen ganz Deutschland alarmieren. Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Judenfeindschaft" ruft die Woche der Brüderlichkeit im März auf, sich gegen Antisemitismus zu engagieren.

Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) hat anlässlich der bevorstehenden zentralen Eröffnungsfeier der "Woche der Brüderlichkeit" die Geschichte seiner Stadt als besondere Verpflichtung im Kampf gegen Antisemitismus bezeichnet. Die Nürnberger Rassegesetze und die Propaganda des NS-Regimes in Form der Reichsparteitage seien die "Blaupause für den Massenmord" gewesen, sagte Maly am Dienstag bei der Vorstellung des Programms. Auch die Nürnberger Prozesse gegen die Verantwortlichen des NS-Regimes als Beginn des Völkerstrafrechts verpflichteten.

Bundespräsident Steinmeier hat seine Teilnahme angekündigt

Zum Auftakt der "Woche der Brüderlichkeit" unter dem Motto "Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft" am 10. März hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angekündigt. Bei dem Festakt wird auch die Buber-Rosenzweig-Medaille an die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) und an das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) verliehen.

Maly bezog zudem Stellung zu einem am Montag bekanntgewordenen Video, das einen Aufmarsch von Neonazis mit Fackeln auf der Zeppelintribüne des Reichsparteitagsgeländes zeigt. Diese Provokation sei "widerlich und inakzeptabel" und müsse in ganz Deutschland alarmieren. Der Aufmarsch sei von niemandem genehmigt worden. Es werde derzeit geprüft, ob die Aktion den Tatbestand der Volksverhetzung erfülle. Auch die Polizei werde alles daran setzen, "so etwas in Zukunft zu unterbinden".

Warnung vor Antisemitismus durch Migranten und Rechtsradikale

Der Jüdische Präsident des Deutschen Koordinierungsrates, Rabbiner Andreas Nachama, sagte, Juden seien als Minderheit in der Gesellschaft ein Seismograph für die Qualität des Zusammenlebens. Werde etwa nicht eingegriffen, wenn jüdische Schüler gemobbt würden, könne dies irgendwann auch anderen widerfahren. Mit dem diesjährigen Motto solle darauf aufmerksam gemacht werden, dass jeder einzelne im Kampf gegen Antisemitismus gefragt sei.

Nachama warnte davor, einen neuen Antisemitismus durch Migranten oder einen alten Antisemitismus durch Rechtsradikale zu generalisieren. Mit der Buber-Rosenzweig-Medaille für KIgA werde ein Projekt gewürdigt, in dem sich vor allem Muslime gegen Antisemitismus engagierten. Durch ihre Herkunft seien sie besonders glaubwürdig unter den Migranten. Der zweite Preisträger NDC feiert 2019 sein 20-jähriges Bestehen. Es ist in zwölf Bundesländern und Frankreich vertreten und will mit Projekttagen Kinder und Jugendliche zu mehr Zivilcourage und demokratischem Handeln ermutigen.

(KNA)

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