Ramelow mit Preis der Union progressiver Juden ausgezeichnet

Einsatz fürs Judentum

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat den Israel-Jacobson-Preis der Union progressiver Juden in Deutschland erhalten. Ramelow habe sich unter anderem für die Anerkennung von jüdischen Stätten eingesetzt.

Bodo Ramelow / © arifoto UG (dpa)
Bodo Ramelow / © arifoto UG ( dpa )

Die Union progressiver Juden zeichnete Ramelow am Montag in Erfurt für seine "großen Verdienste für das liberale Judentum und die akademische Rabbinerausbildung in Deutschland" aus.

Einsatz für Musik und Kultur

In ihrer Laudatio sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, Ramelow unterstütze "die Konsolidierung der jüdischen Gemeinschaft mit aller Kraft". So habe er sich für die Kantorenausbildung des Abraham-Geiger-Kollegs mit der Hochschule für Musik in Weimar eingesetzt, betonte Knobloch laut vorab veröffentlichtem Redetext.

Die frühere Zentralrats-Präsidentin der Juden in Deutschland lobte auch Ramelows Engagement für das jüdische Erfurter Achava-Festival, das im Herbst zum vierten Mal stattfindet. Zudem hob sie den Einsatz des Ministerpräsidenten für eine Anerkennung von Erfurts jüdischen Stätten als Unesco-Weltkulturerbe hervor.

Kein Platz für Antisemitismus

Ramelow mache immer wieder klar, dass Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit in der Gesellschaft keinen Platz haben dürften, so Knobloch weiter. Gegenüber den Gegnern der rituellen jüdischen Beschneidung und den Befürwortern eines Schächtverbots habe er die Religionsfreiheit mit guten Argumenten verteidigt.

Israel Jacobson (1768-1828) gehörte zu den Begründern des liberalen Judentums in Deutschland. Die Union progressiver Juden verleiht alle zwei Jahre den nach ihm benannten, undotierten Preis an Persönlichkeiten, die sich um das Judentum in seiner Pluralität verdient gemacht haben. Derzeit ist die Union Dachverband für bundesweit 26 liberale jüdische Gemeinden.


Quelle:
epd , KNA
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