Junge Muslime
In einer Hamburger Moschee
Josef Schuster
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

16.12.2017

Zentralrat der Juden nimmt Islamverbände in die Pflicht "Oftmals Vorbehalte gegen Juden"

Woher kommt der zunehmende Antisemitismus in Deutschland? Der Zentralrat der Juden glaubt, dass auch die Moscheegemeinden eine Rolle spielen - und  fordert sie auf, noch stärker gegen Judenfeindlichkeit vorzugehen.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ruft die Islamverbände zu entschiedenerem Vorgehen gegen antisemitische Tendenzen in Moscheegemeinden auf. "Repräsentanten der Muslime haben sich durchaus gegen Antisemitismus positioniert", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der "Welt" (Samstag). "Das Problem ist aber, dass die muslimischen Verbände meist nur einen kleinen Teil der Moscheegemeinden erreichen." Gerade dort würden, etwa durch Imame, oftmals weiterhin "Vorbehalte gegen Juden und gegen Israel verbreitet", während eine Auseinandersetzung mit Antisemitismus ausbleibe.

Hier seien die muslimischen Verbände aufgerufen, "sehr klar einzuwirken und deutlich zu machen, welcher Wertekodex in Deutschland gilt", betonte Schuster. Bei Protesten gegen die US-Entscheidung, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen, hatten vor kurzem unter anderem in Berlin türkisch- und palästinensischstämmige Demonstranten israelische Flaggen verbrannt. Dabei wurde in Sprechchören "Tod den Juden" skandiert.

Verunsichert von der AfD

Die wachsende Verunsicherung in den jüdischen Gemeinden sei aber auch auf das Auftreten der AfD zurückzuführen, betonte Schuster. "Es kommen Äußerungen dazu, die auf der politischen Rechten zu hören sind." Ansichten wie die von Björn Höcke zum Holocaust-Mahnmal in Berlin und "andere eindeutig antijüdische Verlautbarungen von Vertretern - auch Mandatsträgern - der AfD" erzeugten ein Gefühl der Verunsicherung. "Es werden da ganz klar rote Linien überschritten."

Höcke hatte vor rund einem Jahr in Dresden mit Bezug auf das Holocaust-Mahnmal von einem "Denkmal der Schande" gesprochen. Unter anderem forderte der frühere Geschichtslehrer eine 180-Grad-Wende in der deutschen Erinnerungskultur. Höcke selbst fühlte sich missinterpretiert.

Schuster stufte den Antisemitismus von rechtsextremer Seite als mindestens so gefährlich ein wie den von muslimischer Seite. "Die meisten Übergriffe kommen tatsächlich von Rechtsextremisten, die meisten antijüdischen Demonstrationen und lautesten antisemitischen Verunglimpfungen kommen seit einiger Zeit von muslimischer Seite", analysierte Schuster. Auch aus dieser Richtung gebe es allerdings Gewalttaten.

Antisemitismusbeauftragter gefordert

Schuster bekräftigte seine Forderung nach Ernennung eines Antisemitismusbeauftragten in der nächsten Bundesregierung. Zwar würden in den Integrationskursen für Migranten alle Formen von Antisemitismus sowie die deutsche Geschichte thematisiert, doch abends schauten sich viele Teilnehmer dann arabische Fernsehsender wie al-Dschasira an, so dass "alles, was in den Kursen versucht wurde, wieder zunichtegemacht wird".

(KNA, epd)

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Ab Montag, 16. September wieder jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.09.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Pater Anselm Grün über das gelassene Altern
  • Die Darstellung des Alters in der Bibel
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff