Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

01.05.2016

Zentralrat sieht auch Juden als Feindbild von AfD und Pegida "Wir gehören zum Feindbild"

Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, ist besorgt über den Erfolg von rechtspopulistischen Strömungen in Deutschland. Die AfD und auch die Bewegung Pegida lehnten nicht nur Muslime, sondern auch andere Minderheiten ab und schürten Hass gegen sie.

Das sagte Schuster am Wochenende bei einer Gedenkfeier zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau bei München. Betroffen seien auch die Juden. "Wir gehören ganz klar zum Feindbild der Rechtsextremen."

Schuster warnte zugleich davor, in Resignation zu verfallen. "Die Mehrheit der Gesellschaft verteidigt Werte wie Toleranz und Respekt", sagte Schuster. Sie stehe auch an der Seite der jüdischen Gemeinschaft und stelle sich der deutschen Vergangenheit.  

Für eine nachhaltige Erinnerungskultur

Für eine nachhaltige Erinnerungskultur warb in Dachau die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch. Dabei gehe es "um nichts weniger als um das Selbstverständnis unseres Landes", sagte sie bei der Gedenkfeier. Mit Blick auf rechtspopulistische Tendenzen und rechtsextreme Gewalt fügte sie hinzu: "Wir lassen nicht zu, dass Geschichtsvergessenheit neuem Unheil den Weg bahnt."

Knobloch lehnte Überlegungen ab, Hitlers Programmschrift "Mein Kampf" im Unterricht zu behandeln. Wer wissen wolle, wozu Antisemitismus führe und welchen Schaden er Deutschland und Europa zugefügt habe, solle sich "zuallererst mit den Schicksalen der Opfer beschäftigen". Deutsche Jugendliche wüssten fast nichts über die heutige lebendige jüdische Kultur und Tradition, so die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. - Für "Mein Kampf" war Ende
2015 die Schutzfrist abgelaufen. Unter anderem erschien seither eine wissenschaftlich kommentierte Ausgabe des Buches.

Im KZ Dachau waren zwischen 1933 und 1945 mehr als 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert, die meisten von ihnen waren politische Gefangene. Unter den KZ-Häftlingen waren auch Juden, Sinti und Roma sowie Angehörige anderer verfolgter Minderheiten und zahlreiche katholische Priester. Die Zahl der Toten wird auf mindestens 41.500 geschätzt. Das Konzentrationslager wurde am 29. April 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit.

(KNA)

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