Gebetsbereich an Klagemauer verzögert sich

Männer und Frauen noch nicht gemeinsam

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Verzögerungen bei der Einrichtung des geplanten Gebetsbereichs für Männer und Frauen an der Klagemauer angekündigt.

Jüdinnen beten in abgegrenztem Bereich an der Klagemauer / © Elisabeth Schomaker (KNA)
Jüdinnen beten in abgegrenztem Bereich an der Klagemauer / © Elisabeth Schomaker ( KNA )

Seit der Entscheidung der Regierung vor zwei Monaten zugunsten eines Abschnitts, an dem Männer und Frauen gemeinsam beten dürfen, seien verschiedene Probleme aufgetreten, an deren Lösung man arbeite, heißt es in einer Erklärung Netanjahus von Sonntagabend. Um welche Probleme es sich handelt, geht aus dem Statement nicht hervor.

Zwist zwischen konservativen und reformjüdischen Bewegungen

Netanjahu teilte mit, dass er den Chef des Ministerpräsidentenbüros beauftragt habe, binnen 60 Tagen eine Empfehlung zur Lösung der Schwierigkeiten zu erarbeiten. Gleichzeitig betonte der Premier, er stehe hinter der Entscheidung für eine Neuregelung der Gebetsbereiche an der Klagemauer. Laut der Tageszeitung "Jerusalem Post" sollte die Neuregelung ursprünglich binnen 30 Tagen umgesetzt werden.

Der Gebetsabschnitt, in dem es konservativen und reformjüdischen Bewegungen gestattet sein soll, gemeinsame Gebete für Männer und Frauen abzuhalten, soll den jahrelanger Streit um die religiösen Rechte von Frauen entschärfen. Israels Oberrabbinat, der für die Klagemauer zuständige Rabbiner sowie das strengreligiöse politische Lager hatten das Vorhaben scharf kritisiert. Vertreter reformjüdischer Bewegungen kündigten laut Zeitung an, gegebenenfalls vor das Oberste Gericht zu ziehen, sollte die von der Regierung beschlossene Neuregelung jetzt nicht binnen 60 Tagen umgesetzt werden.


Quelle:
KNA