Wie groß ist das Problem der Judenfeindlichkeit in Deutschland?
Judentum in Deutschland

08.03.2015

Die "Woche der Brüderlichkeit" hat begonnen "Nicht an Bedrohung von Juden gewöhnen"

Die "Woche der Brüderlichkeit" zwischen Juden und Christen hat begonnen. Vor dem Hintergrund der Attentate von Paris und immer mehr antijüdischer Gewalt ist das Thema Antisemitismus dieses Jahr besonders brisant.

"Niemand darf sich an die tägliche Realität der Bedrohung von Juden in diesem Land gewöhnen", forderte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bei der Eröffnung der "Woche der Brüderlichkeit" in Ludwigshafen. Es sei bedrückend und beschämend, dass der Vorsitzende des Zentralrats der Juden überlegen müsse, ob Juden an bestimmten Orten besser keine Kippa tragen.

Bedford-Strohm hob die besondere Verantwortung der Kirchen im Kampf gegen Judenfeindlichkeit hervor. Der lange nicht hinterfragte und immer noch wirksame theologische Antijudaismus der Vergangenheit sei mitverantwortlich dafür gewesen, dass die rassistische Ideologie des Antisemitismus in der NS-Zeit ihren Nährboden gefunden und unendliches Leid angerichtet habe, betonte der bayerische Landesbischof. Deswegen sei der christlich-jüdische Dialog so wichtig.

Vorbildlich hätten sich dabei der katholische Augsburger Theologe Hanspeter Heinz und der von ihm geleitete Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Bonn engagiert, sagte Bedford-Strohm. Dafür erhielten sie die Buber-Rosenzweig-Medaille 2015 der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

"Feindbilder zu schaffen spricht gegen die Religion"

Die Präsidentin des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Eva Schulz-Jander, ging auf die Morde von islamistischen Extremisten und die "Pegida"-Demonstrationen ein. "Mit Religion Feindbilder zu schaffen, spricht gegen die Religion", sagte die Katholikin. Religion lehre vielmehr, andere zu achten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bezeichnete die "Woche der Brüderlichkeit" als beispielhaft für die Verständigung in der Gesellschaft. Der Dialog und die Versöhnungsarbeit der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hätten "Maßstäbe für eine lebendige Erinnerungskultur gesetzt". Die Deutschen tragen nach Dreyers Worten angesichts des Holocausts eine besondere Verantwortung, sich für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen und gegen Fremdenfeindlichkeit und Extremismus zu wehren.

"Lehre der Verachtung" zurückweisen

Der mit der Buber-Rosenzweig-Medaille geehrte katholische Theologe Hanspeter Heinz betonte, die Kirche müsse die jahrhundertealte "Lehre der Verachtung" gegenüber den Juden zurückweisen, denn sie sei ein Nährboden für die rassistische Naziideologie gewesen. Jesus Christus lasse sich nicht von seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Volk trennen.

Die Anerkennung der Juden verbiete auch die sogenannte Judenmission, betonte Heinz. Die von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2008 neu formulierte Karfreitagsfürbitte mit der Einleitung "Für die Bekehrung der Juden" sei eine Provokation. "Besser hätte ihm zugestanden, für die Bekehrung der Kirche zu beten", sagte der Theologe. Der Respekt vor dem Geheimnis Gottes verbiete jeden Absolutheitsanspruch.

"Woche der Brüderlichkeit" seit 1952

Die 80 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Deutschland veranstalten seit 1952 jedes Jahr die "Woche der Brüderlichkeit". Sie soll der Begegnung von Christen und Juden neue Impulse geben. In diesem Jahr lautet das Motto "Im Gehen entsteht der Weg". Bis Ende kommender Woche sind dazu in ganz Deutschland Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Theateraufführungen, Vorträge und Filme geplant.

(epd)

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