19.04.2007

Der Pacelli-Papst und die Hilfe für die Juden Neuer "Krimi" um Geheimdokumente Pius XII.

Italienische Medien sprechen schnell von einem "giallo", von einem Krimi, wenn es um geheimnisumwitterte Vorgänge und überraschende Enthüllungen geht. Der neueste "giallo" gilt einer angeblichen schriftlichen Order von Papst Pius XII. vom Oktober 1943 an den katholischen Klerus Roms, die von den Nazis verfolgten Juden in religiösen Instituten zu verstecken und auch die Katakomben zu öffnen.

Ein junger Wissenschaftler, Sandro Barbagallo, behauptet nun, den Durchschlag einer solchen Order zu haben beziehungsweise gesehen zu haben. Die Kopie sei im Besitz eines Monsignore, der sie vor vielen Jahren von der Ordensfrau eines römischen Klosters erhalten habe, schreiben italienische Medien am Donnerstag.Dass es solche Anweisungen des Papstes während der deutschen Besatzungszeit in Rom (1943/44) sowie in Italien gab, das ließ sich bislang bereits aus zahlreichen Indizien belegen - auch wenn noch kein Original einer solchen Anweisung vorgelegt werden konnte. So entdeckte man dazu unlängst im Protokollbuch eines römischen Augustinerinnen-Klosters einen Eintrag: "In dieser schmerzhaften Situation will der Heilige Vater seine Söhne retten, auch die Juden, und ordnet an, dass man diesen Verfolgten in den Klöstern Gastfreundschaft gebe. Auch die Klausuren müssen nach dem Wunsch des Pontifex zugänglich werden, und mit Datum vom 4. November (1943 A.d.R.) beherbergen wir bis zum folgenden 6. Juni nachfolgende Personen...".Auch der vor wenigen Monaten verstorbene Aldo Brunacci, Sekretär des damaligen Bischofs Placido Nicolini von Assisi, bestätigte, ein vatikanisches Rundschreiben mit Datum vom 16.9.1943 gesehen zu haben, das im Namen des Papstes um Hilfe für jüdische Familien bittet. Der spektakuläre Einsatz von Nicolini und Brunacci für die Juden Assisis wurde 1985 im Film "Assisi undergrund" etwas überzeichnet, trifft aber den historischen Kern. Beide wurden von Israel als "Gerechte unter den Völkern" geehrt.Die jetzt von Barbagallo in die Diskussion gebrachte Pius-Note soll sechs Wochen jünger sein und das Datum vom 25. Oktober 1943 tragen. Aber für keine der beiden Noten gibt es bislang ein Original. Das sei jedoch nicht verwunderlich, betonte Jesuit Peter Gumpel, Postulator im Seligsprechungsverfahren für Pius XII. Derartig heikle Nachrichten seien oft nur mündlich durch ausgesuchte Boten überbracht worden. Bei schriftlichen Anweisungen wurden die Empfänger angehalten, sie sofort nach Erhalt zu vernichten, damit sie nicht in falsche Hände etwa von SS oder Gestapo fielen. Ob sich Originale noch im päpstlichen Geheimarchiv befinden, ist unbekannt.In der Sache, so Gumpel, besteht aber kein Zweifel. Allein in Rom gehe die Rettung von mehr als 4.000 Juden durch kirchliche Einrichtungen auf die ausdrückliche Weisung von Papst Pius XII.zurück. Die katholischen Klöster und Krankenhäuser wären ohne die Anweisung von oben kaum das Risiko eingegangen, so viele Verfolgte unter großen Gefahren zu verstecken.Historiker listeten inzwischen rund 100 Konvente und etwa 55 Pfarreien auf, die während des Zweiten Weltkriegs in Rom jüdische Bürger versteckten. In manchen Krankenhäusern seien Juden mit Verbänden und Salben "maskiert" worden, um sie vor der SS zu verstecken. Zudem hatten auf dem Gelände des Vatikan-Staates, im vatikaneigenen Lateran Palast, aber auch in Castelganolfo viele Personen Schutz gefunden. Vielleicht bringt der neue "giallo" dafür aber auch noch einen schriftlichen Beleg.

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