28.12.2012

Kardinal Meisner kritisiert die Familienpolitik in Deutschland "Wo leben wir denn?"

Kardinal Meisner hat die Politik in Deutschland kritisiert. Sie lasse "weitgehend die verfolgten Christen in aller Welt im Stich". Auch werde die Familienpolitik in der Bundesrepublik vernachlässigt, bemängelte er zum "Fest der Unschuldigen Kinder".

Der Kölner Erzbischof rief außerdem zum entschiedeneren Schutz des menschlichen Lebens auf. In scharfer Form verurteilte er beim Gottesdienst am Freitagabend Abtreibungen ungeborener Kinder und Sterbehilfe für alt gewordene Menschen. Zugleich kritisierte er eine Relativierung von Ehe in Familie und den Versuch, ihnen den "schöpfungsgemäßen Platz" im gesellschaftlichen Leben streitig machen zu wollen.

Gott habe den Menschen als sein Ebenbild und zum Leben geschaffen, sagte der Kardinal. Das Töten von Kindern, geborenen und ungeborenen, sowie von Menschen am Ende ihres Lebens sei deshalb ein "skandalöser Aufstand gegen die Schöpfungsordnung".

Christenverfolgung verurteilt

Auch seien die Menschen nach Gottes Willen als Mann und Frau geschaffen worden, damit sie sich in der Ehe zusammentun und neues Leben zeugen. "Das ist Schöpfungsordnung Gottes, von keinem Menschen erdacht oder erfunden, sondern vorgefunden und in sich selbst entdeckt." Diese Ordnung allein garantiere der Menschheit den Fortbestand. Wo dieses Schöpfungswissen aber verloren gehe oder es verneint werde, werde "das Ergebnis sichtbar in sterbenden Völkern, in Verlust von Ehe und Familie, in der Abwertung des Kindes, namentlich des ungeborenen, aber auch in der Abwertung des sterbenden Menschen", so der Kardinal.

Scharf verurteilte Meisner zudem die Christenverfolgung in aller Welt. Sie sei die "weltweit am meisten verbreitete Form der Verletzung und der Angriffe auf die Menschenrechte". Leider sei sie auch in Deutschland die am meisten hingenommene Art und Weise der Menschenrechtsverletzung. "Die Politik in Deutschland lässt weitgehend die verfolgten Christen in aller Welt im Stich", so Meisner in seiner Predigt.

Das Fest der Unschuldigen Kinder begeht die Kirche jährlich am 28. Dezember. Es erinnert an den Befehl von König Herodes zur Zeit von Christi Geburt, alle neugeborenen Jungen töten zu lassen.

(KNA, epd, dr)

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