Stellten das Programm der Domwallfahrt vor: Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, Msgr. Robert Kleine und Dompropst Norbert Feldhoff
Stellten das Programm der Domwallfahrt vor: Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, Msgr. Robert Kleine und Dompropst Norbert Feldhoff

02.09.2010

Programm der Kölner Domwallfahrt vorgestellt Seit fünf Jahren zu Fuß zum Dom

Pilgern liegt derzeit voll im Trend. In Köln wird dies vor allem an der Wallfahrt zum Dom deutlich, die in diesem Jahr zum fünften Mal vom Erzbistum Köln in dieser Form organisiert wird. Vom 22. bis 26. September werden wieder über 50.000 Teilnehmer erwartet, die einen Pilgerweg zum und durch den Dom gehen oder an einem der vielen Gottesdienste (auch live auf domradio.de) teilnehmen.

"Sich auf den Weg zu machen und zu pilgern hilft den Menschen über ihr Leben und den eigenen Glauben nachzudenken", erklärt Wallfahrtsleiter Monsignore Robert Kleine vom Erzbistum Köln. Kardinal Joachim Meisner betont in seinem Grußwort zur Domwallfahrt den Wegcharakter des ganzen Lebens: "Alle Menschen sind unterwegs, gleichsam vom Morgenland ihrer Kindheit und Jugend ins Abendland ihres Alters. Und schließlich sollte uns die letzte Etappe ins himmlische Jerusalem führen, das heißt in die ewige Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott." Diese Hoffnung der Menschen ist Thema der diesjährigen Domwallfahrt, deren Motto ein Zitat aus dem ersten Petrusbrief ist: "Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt."

Der Kardinal stellte am Donnerstag die Bedeutung der Wallfahrt für die heutige Zeit heraus. Der mit ihr verbundene Aufbruch gehöre "zum Christentum wie das Amen in der Kirche", so Meisner. Der physische Aufbruch bringe auch die Seele in Bewegung, so dass diese empfindsamer werde für Gottes Wort. Das veranlasse gerade auch immer mehr junge Menschen, eine Pilgerfahrt zu unternehmen und ihr Leben am Glauben neu auszurichten. Dazu könne die Domwallfahrt Gelegenheit geben.

Die "neue Tradition" der Domwallfahrt ist beim Weltjugendtag entstanden, zu dessen Programm ebenfalls eine Wallfahrt zum Dom gehörte. Aufgrund der positiven Reaktionen auch beim Domjubiläum hatte Kardinal Joachim Meisner vor vier Jahren zur ersten Domwallfahrt eingeladen. Wer an der Wallfahrt teilnehmen möchte, kann an den Tagen der Domwallfahrt einfach den an der Südpforte des Doms beginnenden Pilgerweg durch den Dom mitgehen. Wer länger unterwegs sein möchte, kann an Stationsgottesdiensten in Kölner Kirchen teilnehmen und anschließend in einer Gruppe zum Dom pilgern. Junge Menschen sind besonders am Samstag, 25. September, zur Domwallfahrt eingeladen. Treffpunkte sind an diesem Tag um 17 Uhr die drei Kirchen St. Johann Baptist (Spielmannsgasse 16), St. Ursula (am Ursulaplatz) und St. Aposteln (am Neumarkt). Um 19 Uhr ziehen die Teilnehmer dann von den Kirchen aus in einem Sterngang zum Dom, wo um 21 Uhr die Vigil mit Erzbischof Joachim Kardinal Meisner beginnt. Anschließend gibt es auf der Domplatte etwas zu essen.

Der Pilgerweg, Pin und Stempel
Der Pilgerweg durch den Kölner Dom beginnt am Südportal. Von dort führt er zur Mailänder Madonna aus dem 13. Jahrhundert. Zweite Station ist der prächtige goldene Dreikönigsschrein, unter dem die Pilger hindurchgehen können. Abschluss des Weges ist das Gerokreuz aus dem Jahr 970, das sowohl das Leid Jesu als auch seine göttliche Würde zeigt und so darstellt, dass im Kreuz Heil liegt.

Nach alter Tradition sammeln Pilger Stempel an den Orten, zu denen sie gepilgert sind. Daher gibt es auch in diesem Jahr zum ersten Mal einen Pilgerstempel. Für den Abdruck ist im Pilgerheft auf der letzten Seite ein freier Platz reserviert. Zum ersten Mal werden die Pilger auch einen kleinen Pin als Erinnerung an die Domwallfahrt mitnehmen können. Gegen eine Spende für ein Projekt in Brasilien können die Pins im Pilgerbüro abgeholt werden.

Rahmenprogramm und Pilgermahl
Zwei Brauhäuser (Früh und Peters) bieten den Teilnehmern während der Wallfahrt ein spezielles Pilgermahl an. Das Kölsch dazu wird in Gläsern (Früh und Gilden Kölsch) gereicht, die mit dem Logo der Wallfahrt geschmückt sind. Diese Gläser werden auch verkauft. Der Erlös geht (wie der des Verkaufs der Pilgerpins) nach Brasilien, dem Partnerland des Erzbistums Köln. Das Kindermissionswerk gibt dort Kindern und damit ihren Familien Tipps, wie sie in der Region mit extremer Wasserknappheit leben können.

Ausstellungen, Filmvorführungen und Vorträge werden während der Domwallfahrt im DOMFORUM angeboten. Gezeigt werden unter anderem Bilder der Wallfahrtsorte im Rhein-Kreis Neuss (Donnerstag 17 Uhr) und von "Experten fürs Leben" der Caritas (Freitag 16.30 Uhr). In einer Diskussion wird die Frage gestellt, wer die Verantwortung für Sterbende übernimmt (Donnerstag 20 Uhr).

Abschluss: Pontifikalamt mit der "Misa a Buenos Aires" von Martin Palmeri
D er 1965 in Buenos Aires geborene Komponist Martín Palmeri schuf 1995 die "Misa á Buenos Aires", die ein besonderes Zeugnis liturgischer und zeitgenössischer Musik darstellt. Palmeri gelingt es, die Eigenheit einer nationalen Musikkultur sinnvoll, überzeugend und zugleich ausdrucksstark in den liturgisch vorgegebenen Messtext zu integrieren. Der Köner Domchor und der Mädchenchor am Kölner Dom singen die "Misa á Buenos Aires" unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Eberhard Metternich zum Abschluss der Domwallfahrt beim feierlichen Pontifikalamt am Sonntag, 26. September, um 10 Uhr.