Koordinationsrat der Muslime gegen schnelle Öffnung der Moscheen

"Wir wollen ein bundeseinheitliches Vorgehen"

Über eine Maskenplicht in Moscheen gibt es noch keine Entscheidung. Allerdings bleiben die Gotteshäuser bis Anfang Mai geschlossen. Es werde über ein bundeseinheitliches Vorgehen entschieden und eine schrittweise Öffnung erwogen.

Gebetsraum mit Mihrab (Gebetsnische) und Minbar (Gebetskanzel) in der Ditib-Zentralmoschee in Köln / © Harald Oppitz (KNA)
Gebetsraum mit Mihrab (Gebetsnische) und Minbar (Gebetskanzel) in der Ditib-Zentralmoschee in Köln / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime hat Aussagen bekräftigt, wonach Moscheen in Deutschland bundesweit bis mindestens Anfang Mai geschlossen bleiben.

"Wir haben uns als islamische Bundesverbände darauf geeinigt, dass wir die Moscheen auf keinen Fall vor Anfang Mai öffnen, selbst wenn es in einigen Bundesländern rechtlich bereits möglich wäre", sagte Burhan Kesici der Zeitung "Die Welt" (Montag). "Wir wollen ein bundeseinheitliches Vorgehen. Deswegen warten wir die Gespräche zwischen Bund und Ländern am 30. April ab."

Schrittweise Öffnung

So oder so würden die Moscheen nur schrittweise geöffnet, sagte Kesici weiter. "Wir werden mit ein, zwei Gebeten pro Tag anfangen. Freitagsgebete, zu denen sich sehr viele Menschen versammeln, werden wir weiter aussetzen, bis sich die Lage normalisiert hat."

Es würden zudem nur die Moscheen geöffnet werden, die die Hygienestandards garantieren könnten. So müssten etwa Desinfektionsmittel bereitgestellt werden und Personal, das die Einhaltung der Abstandsregeln überwacht.

Masken in Moscheen

Entgegen vorheriger Meldungen sagte Kesici, dass über eine Maskenpflicht in Moscheen noch nicht entschieden sei. "Ein Mund- und Nasenschutz wird höchstwahrscheinlich verpflichtend sein", sagte er. "Das sind Aspekte, die wir noch detailliert mit Experten besprechen wollen."

Es werde zudem überlegt, "die Waschräume in den Moscheegemeinden außer Funktion zu setzen, um Ansteckungsmöglichkeiten zu verringern". Betenden könnten verpflichtet werden, die vorgeschriebenen Gebetswaschungen zu Hause zu machen.


Quelle:
KNA