06.04.2020

Zentralrat der Muslime sagt Einhaltung der Kontaktbeschränkungen zu Ramadan mit Einschränkungen

Der islamische Fastenmonat Ramadan ist von Gemeinschaft geprägt. Doch in Corona-Zeiten müssen die Muslime Abstriche bei ihren religiösen Traditionen machen.

Zweieinhalb Wochen vor Ramadan-Beginn am 23. April hat der Zentralrat der Muslime die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen in Deutschland zugesagt. Die Unversehrtheit der Menschen stehe "im vollkommenen Einklang mit unseren Glaubensbestimmungen", sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek am Montag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er gehe davon aus, dass die Moscheen zumindest zu Beginn des islamischen Fastenmonats zunächst weiter geschlossen bleiben.

Hinweis auf Corona-Beschränkungen

Zuvor hatte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), angekündigt, mit den muslimischen Gemeinden und Migrantenverbänden zu sprechen, um sehr deutlich auf die Corona-Beschränkungen hinzuweisen. Hierzu ist laut Tageszeitung "Die Welt" (Montag) für Dienstag eine Video-Schalte geplant.

"Jetzt kommt es auf jede und jeden an", sagte die Staatsministerin der Zeitung: "Gesundheit geht vor, da darf es aktuell auch für gemeinsame Gebete vor Ort keine Ausnahmen geben."

Am Freitag hatten sich bei Gebetsrufen laut Polizei vor einer Moschee in Berlin-Neukölln rund 300 Menschen versammelt. Dem Imam, dem Ordnungsamt und Polizisten sei es nur zum Teil gelungen, die Menschen zum Abstandhalten zu bewegen. Das Gebet sei im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet worden.

Fest der Familie und Freunde

Im islamischen Fastenmonat Ramadan, der in diesem Jahr am Abend des 23. April beginnt und bis zum 23. Mai dauert, praktizieren Muslime unter anderem die Tradition des abendlichen Fastenbrechens, zu dem sich Familien und Freunde in der Regel in größerem Kreis versammeln.

Widmann-Mauz versprach Bemühungen, auch jene mit Informationen zur Corona-Pandemie zu erreichen, die kein Deutsch sprechen. "Offizielle Informationen über Verhaltensregeln und Gesundheitsschutz müssen so schnell wie möglich in verschiedene Sprachen übersetzt werden", sagte sie. Das sei auch unerlässlich, um die Verbreitung von Fake News zu verhindern.

Karsten Frerichs, Stefan Fuhr
(epd)

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