Kardinal Woelki
Kardinal Woelki
Paderborns Bischof Hans-Josef Becker
Hans-Josef Becker, Paderborner Erzbischof
Bischof Helmut Dieser
Bischof Helmut Dieser
Bischof Felix Genn
Bischof Felix Genn
Bischof Franz-Josef Overbeck
Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen
Präses Manfred Rekowski
Manfred Rekowski
Annette Kurschus
Annette Kurschus
Kardinal Marx
Kardinal Marx
Heinrich Bedford-Strohm
Heinrich Bedford-Strohm

06.05.2019

Christliche Stimmen zum Ramadan "Gott möge Sie durch die Fastenzeit begleiten"

Der Fastenmonat Ramadan beginnt für viele Muslime an diesem Montag. Kirchenvertreter in Deutschland haben ihnen dafür Gottes Segen gewünscht, ihre Verbundenheit ausgedrückt und auf das hingewiesen, was die Religionen verbindet.

Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan wenden sich die fünf katholischen (Erz-)Bistümer und die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen auch im Jahr 2019 mit einer gemeinsamen Grußbotschaft an Musliminnen und Muslime. Das diesjährige Grußwort der Kirchen in NRW ruft die Fähigkeit der Religionen ins Bewusstsein, Grenzen zu überwinden und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stiften.

In den Fastenmonat Ramadan fallen in diesem Jahr die Wahlen zum Europäischen Parlament. Die Idee eines geeinten Europas steht derzeit unter Kritik. In einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und weit darüber hinaus sind nationalistische Fliehkräfte spürbar. Der Ruf nach Abgrenzung wird immer lauter. "Es herrschen eine Polarisierung, die niemandem dient und die eigentlich niemand will, und ein Stillstand, der übersieht, dass Wandel wesentlich zu jeder Existenz gehört" heißt es im Grußwort.

Religionen überwinden Grenzen und schaffen Zusammenhalt

Gegenüber diesen Entwicklungen rufen die Unterzeichner in Erinnerung, dass die heiligen Schriften von Christentum und Islam ein anderes Bild der Welt anbieten: "So nimmt der Koran auf die Vielfalt der Menschen in positiver Weise Bezug und versteht sie als Auftrag: ‘Wetteifert nun nach den guten Dingen!’ (Sure 5,48), während die Bibel Christinnen und Christen auffordert: ‘Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!’ (Römerbrief 12,18)."

Die Unterzeichner des Grußworts sehen die Religionen in der Verantwortung, sich über religiöse, ethnische und nationale Grenzen hinweg für den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Menschen einzusetzen: "Kein Land wird jedoch die Herausforderungen unserer Zeit alleine und isoliert bestehen können. Es ist unser Auftrag als Weltreligionen, das Bewusstsein dafür wachzuhalten, dass es immer um mehr geht als nur nationale oder gar lokale Interessen. Es geht um die eine Welt, die uns Menschen anvertraut ist."

Unterzeichner des Grußwortes sind Landessuperintendent Dietmar Arends (Lippische Landeskirche), Erzbischof Hans-Josef Becker (Erzbistum Paderborn), Bischof Dr. Helmut Dieser (Bistum Aachen), Bischof Dr. Felix Genn (Bistum Münster), Präses Dr. h.c. Annette Kurschus (Evangelische Kirche von Westfalen), Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Bistum Essen), Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland) und Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki (Erzbistum Köln).

Grußwort von DBK und EKD

In einem am Sonntag veröffentlichten Grußwort zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan an diesem Montag hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx Segenswünsche an alle Muslime in Deutschland übermittelt: "Gott, der Schöpfer und Erhalter dieser Welt, möge Sie durch die Fastenzeit begleiten und Ihre Gebete erhören!"

Das Fasten, so sei es auch in der Tradition des Christentums, könne helfen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und neuen Freiraum für die Begegnung mit Gott zu gewinnen. "Die Öffnung des Gläubigen für Gott erneuert auch den Blick auf seine Schöpfung. Wir tragen Verantwortung für die Natur, für unsere Umwelt und für unsere Mitmenschen."

Der Kardinal fordert dazu auf, gemeinsam daran zu arbeiten, dass sich weltweit das Verständnis von gleichen staatsbürgerlichen Rechten für alle durchsetzt. "Den Wert des Respektes müssen wir besonders den Jugendlichen vermitteln. Denn sie werden in der von uns geschaffenen pluralen Gesellschaft noch lange miteinander arbeiten und leben."

Sorge um Angriffe auf Gebetshäuser

Kardinal Marx sieht wiederholte Angriffe auf Gebetshäuser in Deutschland mit großer Sorge. "Solche Verbrechen sind schändlich und dürfen in keiner Weise verharmlost werden", schreibt Marx in seiner Grußbotschaft: "In einer offenen Gesellschaft darf kein Mensch Angst verspüren, wenn er ein Gebetshaus betritt. Es ist die Aufgabe der verantwortlichen Behörden, für Sicherheit zu sorgen."

In jüngster Zeit seien immer wieder Angriffe auf Moscheen, Synagogen und Kirchen verübt und dabei gezielt Betende ins Visier genommen worden, so Marx weiter: Die Angreifer seien "von zynischem Kalkül getrieben" und wollten möglichst viel Leid verursachen und Schaden anrichten: "Die Täter müssen ermittelt, vor Gericht gestellt und bei Nachweis der Schuld streng bestraft werden."

Zugleich sei es Pflicht der gesamten Gesellschaft, Hass und Hetze zurückzuweisen und sich für ein friedliches und vertrauensvolles Miteinander einzusetzen, ergänzt der Münchner Erzbischof. Das gelte besonders für die Vertreter der Religionen, "denn ohne Frieden zwischen den Religionen und Kulturen gibt es keinen Frieden in unserer Gesellschaft".

Bedford-Strohm: Gemeinsam Religionsfreiheit stärken

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ruft Christen und Muslime zum gemeinsamen Einsatz für die Religionsfreiheit auf. In seiner am Sonntag veröffentlichten Grußbotschaft zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan am Montag verweist der bayerische Landesbischof auf den 70. Geburtstag des Grundgesetzes und die in der Verfassung garantierte Religionsfreiheit: "Als Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften können wir dieses Recht stärken und befördern, indem wir aus innerer Überzeugung und mit sichtbaren Schritten aufeinander zugehen und voneinander lernen."

Die "mittlerweile schon selbstverständlich gewordenen" Einladungen auch an Christen, am abendlichen Fastenbrechen im Monat Ramadan teilzunehmen, seien "Ausdruck der Verständigungsbereitschaft über religiöse Grenzen hinweg", so Bedford-Strohm. 

"Fanatismus und Extremismus, mutwillige Zerstörungen und Verletzungen der Menschenrechte, ob in religiösem oder säkularem Gewand, widersprechen dem Bekenntnis zum einen Gott, weil hier der Unterschied zwischen Mensch und Gott nicht respektiert wird und Menschen sich aufschwingen, selbst Gott sein zu wollen."

Respekt und Wertschätzung

Religiös geprägte Zeiten wie der Fastenmonat Ramadan erinnern nach Ansicht des Ratsvorsitzenden die Glaubenden und dann auch die Gesellschaft, in der sie leben, an diese Unterscheidung und an die daraus resultierende, "mit guten Gründen" auch in die Präambel des Grundgesetzes aufgenommene "Verantwortung vor Gott und den Menschen".

Zum Fastenmonat Ramadan übermittelt Bedford-Strohm außerdem allen Muslimen "herzliche Grüße und Wünsche für eine ungestörte und friedliche Zeit".

Diese Grüße seien "Ausdruck des Respektes und der Wertschätzung, die wir jenseits aller bestehenden Unterschiede zwischen den Religionen Ihnen gegenüber empfinden".

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