Schmierereien und Schändungen auch an Sakralbauten
Schmierereien und Schändungen auch an Moscheen

04.09.2018

Zentralrat der Muslime verurteilt rassistische Parolen an Moschee "Viele Muslime sind verunsichert"

Rassistische, nationalistische und anti-muslimische Parolen sind in der Nacht zu Montag an die Al-Nour-Moschee in Hamburg-Horn geschmiert worden. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland verurteilte den Anschlag.

Die Parolen wie "Deutschland den Deutschen" und "Nationaler Widerstand" fänden sich rund um die ehemalige Kapernaum-Kirche, sagte Al-Nour-Chef Daniel Abdin am Dienstag auf epd-Anfrage.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilte den Anschlag in aller Schärfe. Er sei offenkundig rechtsextremistisch und durch Muslimhass motiviert, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. "Unsere Moscheen scheinen angesichts der starken Zunahme an Übergriffen auf muslimische Gotteshäuser nicht mehr sicher zu sein", fügte er hinzu. "Der Staat muss wehrhaft bleiben, viele Muslime sind verunsichert."

Die Täter hätten auffallend viele Rechtschreibfehler gemacht, sagte Daniel Abdin. So schrieben sie "Widerstand" mit "ie" und "Terror" in der Mitte mit drei "r". Die Gemeinde habe Anzeige erstattet, der Staatsschutz ermittele. Bisher seien sie noch nie Ziel solcher Aktionen gewesen, so Abdin.

Fünfjähriger Umbau

Die Al-Nour-Moschee soll nach fünfjährigem Umbau am 26. September eröffnet werden. Von außen wurde das denkmalgeschützte Gebäude nicht sichtbar verändert. Lediglich der vergoldete arabische Schriftzug "Allah" statt des christlichen Kreuzes auf dem Turm deutet auf die Moschee hin.

Das islamische Zentrum Al-Nour wurde 1993 gegründet, die Gemeinde zählt etwa 2.500 Mitglieder. Der bisherige Gebetsraum findet sich in einer ehemaligen Tiefgarage im Stadtteil St. Georg.

(epd)

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