Gläubige beten in der neu eröffneten, liberalen Moschee in Berlin
Gläubige beten in der neu eröffneten, liberalen Moschee in Berlin

30.01.2018

Seyran Ates fordert Mitsprache bei Institut für Islamische Theologie "Nur Bruchteil repräsentiert"

Bei der Gründung des Instituts für Islamische Theologie in Berlin sollen auch liberale Islamverbände mit einbezogen werden. Das fordert die Rechtsanwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates in einem Offenen Brief.

Die Rechtsanwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates fordert bei der Gründung des Instituts für Islamische Theologie an der Berliner Humboldt Universität (HU) ein Mitspracherecht liberaler Islamverbände. In einem Offenen Brief an den Berliner Senat und die Universitätsleitung protestiert Ates dagegen, dass der Beirat des geplanten Instituts einzig mit Vertretern konservativer Islamverbände besetzt sei. Diese repräsentierten nur einen Bruchteil der Muslime in Deutschland und würden zumeist aus dem Ausland finanziert, bemängelt die Gründerin der liberalen Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin in dem im Internet veröffentlichten Schreiben.

"Sie ignorieren mit Ihrer Entscheidung, dass der Islam in Deutschland deutlich pluraler ist, als er von den Islamverbänden repräsentiert wird", erklärt Ates. "Mit der Ausbildung von islamischen Theologen in Deutschland sollte doch eigentlich erreicht werden, dass auch andere als die traditionell-konservativen Inhalte im Studium vermittelt werden können. Wir wollten uns unabhängig machen von Imamen, die in anderen Ländern ausgebildet wurden und von der Lebensrealität in Deutschland wenig mitbekommen haben." Mit der Besetzung des Beirates werde diese Idee "ad absurdum" geführt, schreibt Ates.

"Erpressung konservativer Verbände"

Jahrelang habe die Politik sich gewünscht, dass sich die liberalen Muslime in Deutschland organisieren. Nun gebe es verschiedene Organisationen und keine von ihnen werde von der Politik einbezogen, hieß es. Stattdessen lasse sich die Politik von den konservativen Verbänden erpressen, die immer wieder drohten, den Tisch zu verlassen. Das sei gerade in Zeiten, in denen "der konservative und fundamentalistische Islam uns Liberale massiv angreift und bedroht, ein wirkliches Armutszeugnis".

Der Gründungsdirektor des Instituts, Michael Borgolte, hat die Nichtbeteiligung liberaler islamischer Verbände im Beirat verteidigt. Auch die Berliner CDU-Opposition und die am Senat beteiligten Grünen stellten berechtigterweise die Frage nach der Zusammensetzung des Gremiums, sagte der Professor für mittelalterliche Geschichte dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Ich kann darauf immer nur antworten: Das ist jetzt nun mal die Voraussetzung, unter der wir begonnen haben. Man kann jetzt während dieses Prozesses die Zusammensetzung nicht ändern. Das ist eine Frage des Vertrauens. Man kann jetzt nicht zwischendurch sagen, es gefällt mir nicht mehr mit Euch."

Borgolte: Schwierige Verhandlungen

Gründungsdirektor Borgolte sprach von "durchaus schwierigen Vertragsverhandlungen" mit den konservativen Verbänden und zwischenzeitlichen Zweifeln an einer Einigung. Mittlerweile glaube er, dass die Verbände das Papier unbedingt wollten. "Aber ob sie es unterschreiben, wie es dann vorliegt, das wird man sehen. Es gibt Bestimmungen, die ihnen nicht gefallen, die sie mit ihren Gemeinden rückkoppeln müssen." Für den Fall, dass der Vertrag nicht von allen Seiten unterschrieben werde, müsse neu verhandelt werden.

In der Arbeitsgemeinschaft, die die Gründung des Instituts vorbereitet, sind neben dem Berliner Senat und der Universität derzeit die Islamische Föderation Berlin, die in Köln ansässigen Islamverbände Ditib, Zentralrat der Muslime Deutschlands, Verband des islamischen Kulturzentren und die in Hamburg gegründete Vereinigung der schiitischen Gemeinden vertreten. Geplant ist, dass alle sieben Parteien bis Ende März den Vertrag über den Beirat des Instituts unterzeichnen. Den Studienbetrieb wird die Einrichtung laut Gründungsdirektor Michael Borgolte voraussichtlich im Wintersemester 2019/20 aufnehmen.

(epd)

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