Muslime im Gebet
Muslime im Gebet
CIBEDO-Leiter Timo Güzelmansur
CIBEDO-Leiter Timo Güzelmansur

16.06.2017

Katholischer Dialogbeauftragter zur Demo-Absage der Ditib "Eine bedauerliche Entscheidung"

Tausende Muslime wollen am Samstag in Köln gegen islamistischen Terror protestieren. Die Absage des türkischen Islamverbands Ditib sorgt für Diskussionen. Ein Interview mit dem Theologen Timo Güzelmansur.

domradio.de: Der Zentralrat der Muslime ruft zur Teilnahme an der Demonstration auf, die Ditib lehnt die Veranstaltung ab. Auch der Zentralrat der deutschen Katholiken unterstützt die Demonstration ausdrücklich. Was sagen Sie? 

Timo Güzelmansur (Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz (CIBEDO)): Ich finde die Demonstration setzt ein gutes Zeichen dafür, dass Terror und Gewalt nicht im Namen der Mehrheit der Muslime verübt werden, die friedlich ihre Religion leben und praktizieren. 

domradio.de: Die Demonstration setzt ein Zeichen, dass sich Gewalt und Terror niemals mit Religion rechtfertigen lassen. Jetzt hat aber die Ditib angekündigt, dass sie nicht dabei sein will. 

Güzelmansur: Ditib hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie verschiedene Gründe aufführt. Unter anderem wird darin gesagt, dass solche Veranstaltungen auch dazu führen können, dass man Islam mit Terror gleichsetzt - also das Gegenteil von dem erzeugen können, was sie eigentlich bezwecken. Ich finde die Entscheidung der Ditib bedauerlich. Hier verpasst man eine Chance, tatsächlich ein Signal gegen Terror und Extremismus zu setzen. 

domradio.de: Ein weiterer Grund, den die Ditib anführt: Es sei gerade Ramadan und damit viel zu heiß, um in dieser Fastenzeit mittags zu marschieren. Das hört sich ein bißchen vorgeschoben an, oder?

Güzelmansur: Man kann ja jedem Einzelnen grundsätzlich freistellen, ob er zu der Demo gehen will oder nicht. Daher ist die Begründung für mich nicht nachvollziehbar - aber das ist Ditibs Meinung. 

domradio.de: Schauen wir mal auf die Rolle, die die beiden christlichen Kirchen in der Frage spielen können. In diesem Fall haben sie sich eindeutig positioniert und gesagt: "Ja, wir unterstützen das." Aber natürlich schaffen sie sich dadurch auch viele Feinde, oder? 

Güzelmansur: Die Initiative ist gut. Die Beschäftigung mit dem Thema muss aber darüber hinaus gehen. Neben diesem Zeichen muss man sich auch inhaltlich mit der Thematik auseinandersetzen. Dass die großen Kirchen die Demo unterstützen, finde ich gut. Das hilft uns auch, weiter miteinander im Gespräch zu bleiben und uns über die Schwierigkeiten und Probleme zu verständigen. 

Das Interview führte Hilde Regeniter.  

(dr)

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