Muslime beten im Felsendom in Jerusalem
Muslime beten im Felsendom in Jerusalem
Blick auf den Tempelberg mit Felsendom
Blick auf den Tempelberg mit Felsendom

27.10.2016

Streit um Tempelberg: PLO begrüßt Unesco-Entscheid Knesset wendet sich an Vatikan

Der Streit um den Tempelberg geht in eine neue Runde: Israels Knessetsprecher Juli Edelstein hat den Vatikan um Unterstützung gegen die Resolution der Unesco gebeten. Der Entschluss sei ein Affront gegenüber Juden und Christen.

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, begrüßt die Entscheidung der Unesco, eine zweite umstrittene Jerusalem-Resolution anzunehmen. Die Entschließung unterstreiche entgegen israelischer Kritik die Bedeutung Jerusalems für die drei monotheistischen Religionen, so Erekat in einer Stellungnahme von Mittwoch. Israels Knessetsprecher Juli Edelstein bat unterdessen den Vatikan um Unterstützung gegen die Resolution, wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" berichtete. 

Die UN-Weltkulturorganisation hatte zuvor in geheimer Abstimmung mit zehn Ja-Stimmen und acht Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen die Entschließung "Jerusalems Altstadt und ihre Mauern" gutgeheißen. Ein Mitgliedstaat blieb der Abstimmung fern.

Moschee durch Hetze gefährdet

Israel versuche seit seiner Besetzung der Stadt 1967 die Identität Ostjerusalems auf illegale Weise zu verändern, so Erekat weiter. Der PLO-Generalsekretär warf Israel den Missbrauch von Archäologie sowie die Verzerrung von Tatsachen vor, um die Annektierung Ostjerusalems zu rechtfertigen. Die Unesco-Entschließung rufe jedoch dazu auf, den Status Quo der heiligen Stätten Jerusalems zu wahren, "einschließlich des Al-Aksa-Geländes, das durch systematische Hetze und provokative Akte der israelischen Regierung und extremistischer jüdischer Gruppen" gefährdet sei, betonte der PLO-Generalsekretär.

Knessetsprecher Edelstein kritisierte die Entschließung unterdessen als Affront gegenüber Juden und Christen. In einem Brief an Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin rief er den Heiligen Stuhl dazu auf, die "Wiederholung von Entwicklungen wie diesen" zu verhindern.

"Schreckliche Anklage"

Die Verleugnung der Historizität beider Jerusalemer Tempel und der alt- und neutestamentlichen Berichte über den Tempelberg seien "eine schreckliche Anklage der internationalen Gemeinschaft", wenn diese wiederholt von der UN angenommen würden.

Die von Libanon und Tunesien eingebrachte Resolution befasst sich mit Israel vorgeworfenen Verletzungen des Status Quo in Jerusalems Altstadt. Ähnlich wie in einer Mitte Oktober verabschiedeten Resolution erwähnt auch der jetzt angenommene Entwurf den jüdischen Namen "Tempelberg" ebenso wenig wie die Bedeutung des Ortes für Juden oder Christen.

Heftige Vorwürfe

Bereits Mitte Oktober hatte die Unesco mit 24 Ja- zu 6 Nein-Stimmen bei 26 Enthaltungen eine Entschließung über den Status des Tempelbergs angenommen. Darin wird Israel als "Besatzungsmacht" unter anderem vorgeworfen, den Zugang der Muslime zu "ihrer heiligen Stätte Al-Aksa-Moschee/Haram al-Scharif" sowie deren Kultfreiheit illegal einzuschränken. Kritiker warfen der Unesco Geschichtsfälschung und die Leugnung eines jüdischen Bezugs zu Jerusalem vor. Auch Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova distanzierte sich daraufhin von der Resolution.

Israels Polizei hat unterdessen laut Bericht der Tageszeitung "Haaretz" (Onlineausgabe Mittwochnachmittag) Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nahegelegt, das seit einem Jahr für Parlamentsabgeordnete geltende Besuchsverbot für den Tempelberg wieder aufzuheben. Hintergrund ist demnach die derzeitige ruhige Sicherheitslage. Netanjahu kündigte an, demnächst mit Sicherheitsvertretern zusammenzutreffen und die Angelegenheit zu diskutieren.

(KNA)

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