Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

26.12.2015

Mazyek: Diskriminierung von Muslimen nimmt zu Nach Paris

Nach den islamistischen Terroranschlägen von Paris hat die Diskriminierung von Muslimen nach den Worten des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, zugenommen.
 

"Das ist nicht neu, es ist in den letzten Jahren immer stärker geworden", sagte Mazyek am Freitag im Interview auf taz.de. Mit Blick auf die Pegida-Bewegung und die Partei AfD beklagte er, dass die Hemmschwelle gesunken sei. "Es ist salonfähiger geworden, sich offen rassistisch zu äußern. Die Gesellschaft war immer gut beraten, das zu sanktionieren."

Was den Antisemitismus angehe, werde "das zumindest im öffentlichen Diskurs weitestgehend eingehalten, mit großen Anstrengungen". Aber auch dabei müsse ständig gekämpft werden, denn der Antisemitismus sei "deswegen am Stammtisch ja nicht weniger geworden". Auch beim Thema Muslimfeindlichkeit seien "ähnliche Sanktionsmechanismen" nötig. "Wir diskutieren deshalb gerade mit den Behörden darüber, wie man islamfeindliche Straftaten gesondert erfasst."

Moscheegemeinden, Schulen, Familien und Sportvereine einbinden

Um Extremismus zu verhindern, müssten Moscheegemeinden, Schulen, Familien und Sportvereine eingebunden sein, sagte Mazyek. Außerdem seien mehr deutsche Imame nötig, die in Deutschland geboren und aufgewachsen seien. "Das streben wir als Religionsgemeinschaft an."

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte in demselben Interview, dass es in Deutschland zu wenige Theologen gebe, die überhaupt an Jugendliche herankämen. "Oft sprechen Importimame ja noch nicht mal vernünftig Deutsch und bringen je nach aktuellem Herrscher ihr Islamverständnis aus Ankara, Kairo oder von sonst wo mit."

Um Radikalisierungen vorzubeugen, helfe "islamischer Religionsunterricht in der Schule, der auf dem Boden der Verfassung steht". Özdemir betonte mit Blick auf Islamisten: "Wir wissen: Das sind oft gescheiterte Existenzen, die sich de facto in der Religion überhaupt nicht auskennen und sich mit islamischen Versatzstücken ihr extremes Weltbild zurechtlegen, um daraus Selbstbewusstsein und Identität zu schöpfen."

(KNA)

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