"Wer Gotteshäuser angreift, ob Synagogen, Kirchen oder Moscheen, führt Krieg gegen unseren Rechtsstaat, gegen Deutschland und gegen alle Religionen." (Der Vorsitzende der Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek)
In der Kritik: Aiman Mazyek

20.03.2015

Diskussion zwischen Islamverbänden Ringen um gemeinsame Position

In Deutschland gibt es gleich mehrere islamische Verbände. In der Öffentlichkeit ist vor der Zentralrat der Muslime präsent – obwohl er nur eine Minderheit der Muslime vertritt. Bei den anderen Verbänden sorgt das für Kritik.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, spricht oft in Talkshows und hat vor kurzem auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach Saudi Arabien begleitet. Nach den tödlichen Anschlägen von Paris spielte Mazyek eine zentrale Rolle bei der Mahnwache am Brandenburger Tor.

Die Türkisch-Islamische Union Ditib - der größte islamische Dachverband in Deutschland - hatte Mazyek deshalb scharf angegriffen und ihm einen "Vertrauensbruch" vorgeworfen. Er agiere ohne Absprache mit den anderen Verbänden, die zum Koordinationsrat der Muslime (KRM) gehörten, kritisierte die Ditib.

"Die anderen müssen sich mehr einbringen"

Mazyek wehrte sich gegen die Vorwürfe. Wenn in der Öffentlichkeit oft vor allem er als Stimme der Muslime wahrgenommen werde, dann liege dies nicht daran, dass er die Vertreter anderer islamischer Dachverbände ausstechen wolle. "Ich rufe sie auf, dass sie sich mehr einbringen", sagte Mazyek am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Köln.

Die Generalsekretärin des Zentralrats, Nurhan Soykan, fügte hinzu, wer kein Deutsch spreche, dürfe sich natürlich nicht darüber beschweren, dass er nicht in Talkshows eingeladen werde und dass dort "immer nur" Aiman Mazyek zu sehen sei. Mazyek wies darauf hin, dass er viele Talkshow-Einladungen auch abgelehnt habe.

Eigenständige Religionsgemeinschaft

Gleichzeitig rief Mazyek die islamischen Verbände zu mehr Einigkeit auf. Es sei "völlig legitim", wenn einzelne Mitglieder des Koordinationsrats der Muslime (KRM) unterschiedliche Ansichten verträten, sagte er. Doch sollten alle im gemeinsamen Interesse daran arbeiten, dass der Islam irgendwann auf Bundesebene als Religionsgemeinschaft anerkannt werde. Dem Dachverband gehören neben dem ZMD und der Ditib der Islamrat und der Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ) an.

Mazyek betonte, dass sein Verband "felsenfest" am KRM festhalte, weil er eine wichtige Interessenvertretung sei. Allerdings versuche der Zentralrat bereits seit einiger Zeit eigenständig und nicht mehr im KRM-Verbund, als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden.

Diskussion um Deutschpflicht von Imamen

Dieser Weg der Institutionalisierung sei sehr wichtig, wenn die Muslime ihren Einfluss geltend machen wollten. Der Zentralrat werde auch weiter umstrittene Fragen aufwerfen wie zum Beispiel die, ob in Deutschland tätige Imame nicht auch Deutsch sprechen sollten.

Es sei das gute Recht eines jeden Verbands, diese Frage mit Nein zu beantworten - aber auf die Diskussion darüber werde der Zentralrat nicht verzichten. Mazyek hatte sich schon vor einiger Zeit für ein Islamgesetz in Deutschland nach österreichischem Vorbild eingesetzt. Für auslandsfinanzierte Organisationen wie die Ditib wäre dann kein Platz mehr.  

(dpa, KNA)

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