Schützenkönig Mithat Gedik aus Werl-Sönnern
Schützenkönig Mithat Gedik aus Werl-Sönnern

17.02.2015

Wegen Debatte um Schützenkönig Schützenwesen wird kein Kulturerbe

Wegen der Diskussion um einen muslimischen Schützenkönig wird das historische Schützenwesen in Deutschland vorerst kein immaterielles Kulturerbe. Das Komitee der Deutschen Unesco-Kommission hat die Bewerbung zurückgestellt

Die Bewerbung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen werde vorerst nicht berücksichtigt, berichten die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Dienstagsausgabe). Grund sei der Fall von Mithat Gedik aus dem westfälischen Werl, dem wegen seines muslimischen Glaubens die Teilnahme am Bezirksschützenfest untersagt worden war.

Die Zeitung zitiert aus einem Schreiben der Deutschen Kommission der UN-Kulturorganisation an die Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen. Darin heißt es, wegen der "schroffen und ausgrenzenden Reaktionen" auf den muslimischen Schützenkönig könne eine "zivilgesellschaftlich zugängliche und offene Traditionspflege" zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt werden. Der Antrag sei deshalb zurückgestellt worden.

Schützenbruderschaften reagieren mit Unverständnis

Der Fall von Gedik, der im vergangenen Juli Schützenkönig in seiner katholischen Schützenbruderschaft wurde, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der "Bund Historischer Deutscher Schützenbruderschaften" hatte zunächst seine Abdankung gefordert und darauf bestanden, dass nur Christen Mitglieder im Schützenverein sein könnten. Schließlich entschied der Dachverband, dass Gedik sein Amt "ausnahmsweise" behalten, aber nur in seinem eigenen Verein ausüben darf. Der 33-Jährige ist in Deutschland geboren, mit einer Katholikin verheiratet und hat vier katholisch getaufte Kinder. Sein Schützenverein hatte sich in der Debatte von Anfang an hinter ihn gestellt.

Für den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) äußerte Vorstandssprecher Rolf Nieborg seinerseits Unverständnis gegenüber der Unesco. "Die haben nicht verstanden, dass wir seit über 800 Jahren christliche Werte vertreten", sagte er den Zeitungen. Über den Tonfall und einen "fast schon rassistischen Stil des Schreibens" habe er sich geärgert. Nach WAZ-Informationen hatte die Kommission sich für die Wortwahl entschuldigt.

(epd)

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