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Hannovers Regionalbischöfin Petra Bahr
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Ehemalige Baptistenkirche in Göttingen
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Die ehemalige Dominikanerkirche in Maastricht ist jetzt ein Buchladen.
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17.02.2021

Regionalbischöfin befürwortet Umnutzung von Kirchengebäuden Restaurant oder Studentenwohnheim?

Die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr hat sich für die Umnutzung von Kirchen ausgesprochen. Beim Umbau müsse aber die besondere Botschaft des Raumes erhalten bleiben. Möglich sei der Umbau zu Synagogen, nicht aber zu Moscheen.

Neue Nutzungen von Kirchen können aus Sicht der evangelischen Regionalbischöfin Petra Bahr aus Hannover auch eine Chance sein. "Kirchenräume haben sich immer verändert und wurden immer neu erfunden", sagte die frühere Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstagabend in einer von Hannover aus organisierten Online-Talkrunde der Volkswagenstiftung und des NDR. Entscheidend sei, ob bei der Nachnutzung einer Kirche die Botschaft erkennbar bleibe, die mit diesen "besonderen Gottesräumen" verbunden sei.

Das Gespräch unter dem Titel "Vom Gotteshaus zur Sparkasse?" war Teil eines internationalen Online-Symposiums zur Umnutzung von Kirchengebäuden, an dem bis zum Mittwoch rund 350 Expertinnen und Experten aus zahlreichen europäischen Ländern teilnahmen. Europaweit müssen immer mehr Gemeinden ihre Kirchen als sakrales Gebäude aufgeben, anders nutzen oder verkaufen, weil ihre Mitgliederzahlen und finanziellen Ressourcen zurückgehen.

Umnutzung: Synagoge ja, Moschee nein

Bahr sagte: "Das ist nicht nur eine Geschichte des Zerfalls, sondern auch ein Gestaltungsspielraum, der sich öffnet - bei aller Trauer, die damit verbunden ist." Sie habe nicht automatisch Probleme damit, dass eine Kirche etwa in ein Restaurant verwandelt werde. Es gehe um die Art des Umbaus.

Gut gelingen könne der Übergang etwa bei caritativen oder kulturellen Nachnutzungen, sagte die Theologin. Positiv bewertete sie auch die Umgestaltung einer Kirche zu einem Studentenwohnheim in Hannover. Bahr befürwortete zudem den Umbau von Kirchen zu Synagogen. Das erinnere daran, dass das Christentum einst aus dem Judentum hervorgegangen sei. Skeptischer beurteilte sie den Umbau von Kirchen zu Moscheen. Das werde in der Öffentlichkeit keine Mehrheit finden und sei von vielen Muslimen auch nicht gewünscht.

Kirchen nicht zu "Allerweltsgebäuden" machen

Der stellvertretende Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung in Ludwigsburg, Stefan Krämer, warnte davor, neue Nutzungen in Kirchen hineinzubringen, die im Kontrast oder sogar im Konflikt mit ihrem Ursprungszweck stehen. Beim Umbau dürfe nicht alles herausgenommen werden, was die Gebäude zu einem speziellen Ort gemacht hätten. "Wir müssen auf verschiedenen Ebenen darüber nachdenken, wie wir diese Kirchen in eine veränderte Gesellschaft transferieren können und sie trotzdem nicht zu Allerweltsgebäuden werden", sagte Krämer. Gleichwohl ließen sich die "nicht so geliebten Nutzungen" nicht immer vermeiden.

Der Architektur-Professor Tim Rieniets von der Leibniz-Universität Hannover sagte, das Umbauen bestehender Gebäude werde aus Gründen der Nachhaltigkeit eine wichtige Zukunftsaufgabe für Architektinnen und Architekten sein. Nirgendwo werde dies besser und anspruchsvoller deutlich als an Kirchen: "Da geht es nicht nur darum, Steine wiederzuverwenden, sondern es geht um ein Kulturgut, um Emotionen, die in diesen Gebäuden gespeichert sind. Es gibt keinen anderen Bautypus, der den Reichtum unserer Baugeschichte so vielfältig repräsentiert wie Kirchenbauwerke."

(epd)

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