Josef Schuster
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

17.01.2019

Schuster reklamiert konkrete Schritte hinsichtlich der Religionsfreiheit Unbefriedigende Situation

Immer wieder betonen Vertreter aus Politik und Gesellschaft die religiöse Vielfalt und Religionsfreiheit. Wirkliche Schritte werden nicht unternommen, beklagt der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster. Ganz konkret geht es ihn um Examenstermine an jüdischen Feiertagen.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland will gemeinsam mit der Bundesregierung und den Bundesländern nach Möglichkeiten suchen, damit bei Examensterminen künftig jüdische Feiertage berücksichtigt werden. Das kündigte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, in der "Jüdischen Allgemeinen" an.

Temine im Oktober und April

Derzeit fielen Examenstermine durchaus auf jüdische Feiertage, die Situation sei "äußerst unbefriedigend und sorgt in der jüdischen Gemeinschaft verständlicherweise für Ärger". Es gehe dabei beim zweiten medizinischen Staatsexamen um Termine im Oktober und April, die mit Jom Kippur und im kommenden Jahr mit Pessach zusammenfielen.

Religiösen jüdischen Studenten sei es unmöglich, an Feiertagen Klausuren zu schreiben. "Es wäre zu prüfen, ob die bisherige Regelung gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstößt", so Schuster.

Es werden keine wirklichen Schritten unternommen

"Mir kann niemand erzählen, dass es unmöglich sein soll, Prüfungen auf Werktage zu legen, die keine jüdischen Feiertage mit Schreibverbot sind", so Schuster. "In anderen Fächern - wie Jura - sind die Examenstermine nicht bundesweit zur gleichen Zeit, sondern in den einzelnen Bundesländern terminiert. Da müsste das erst recht möglich sein."

Bereits vor mehr als zehn Jahren seien erste Fälle bekannt geworden, seitdem sei der Zentralrat wegen des Themas in intensivem Kontakt mit den zuständigen Behörden auf Bundes- und auf Landesebene. Die bisherigen Reaktionen seien allerdings - insbesondere im Hinblick auf die Staatsexamina - wenig überzeugend gewesen, sagte Schuster. "Zwar betonen alle, wie wichtig ihnen religiöse Vielfalt und die Religionsfreiheit seien, aber wirkliche Schritte für eine Lösung des Problems wurden nicht unternommen."

(KNA)

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