Neymeyr: Das Verhältnis zwischen christlichen Kirchen und Judentum ist gut
Kippa und Kreuz
Bischof Franz-Josef Bode
Bischof Franz-Josef Bode
Alte Bibel
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03.08.2018

50 Jahre Internationale Jüdisch-Christliche Bibelwoche Der gemeinsame Blick auf die Heilige Schrift

In Osnabrück setzen sich derzeit Juden und Christen gemeinsam mit Bibeltexten auseinander. Am Donnerstag feierten sie gemeinsam, die Jüdisch-Christliche Bibelwoche, die dies nun seit 50 Jahren ermöglicht.

Mit einem Festakt hat die Internationale Jüdisch-Christliche Bibelwoche am Donnerstag in Georgsmarienhütte bei Osnabrück ihr 50-jähriges Bestehen begangen. Daran nahmen rund 200 Juden und Christen vorwiegend aus Deutschland, Großbritannien, Israel und den USA teil. Im Mittelpunkt des am Sonntag gestarteten Treffens steht die Auseinandersetzung mit Bibeltexten in Vorträgen und Arbeitsgruppen.

In einem Grußwort unterstrich Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode die Bedeutung der Bibelwoche für das Miteinander von Christen und Juden. Das Treffen entfalte an vielen Ecken und Enden der Welt seine Wirkung. Bode verwies auf die Worte von Papst Franziskus, der in seinem Schreiben "Evangelii gaudium" den gemeinsamen Glauben an den einen Gott betone und deutlich mache, das Juden und Christen "die Reichtümer des Wortes Gottes" gemeinsam "ergründen" sollten. In ihrem jeweils eigenen Blick auf die Schriften könnten sich beide Seiten ergänzen, so Bode in seinem verlesenen Grußwort. Der Bischof konnte aufgrund einer Erkrankung nicht am Festakt teilnehmen.

Kritik an öffentlich werdendem Antisemitismus

Landessuperintendentin Birgit Klostermeier kritisierte einen zunehmend sichtbar und öffentlich werdenden Antisemitismus in Deutschland. Menschen müssten wieder das Land verlassen, "weil sie sich fürchten und es einer Mutprobe gleichkommt, eine Kippa zu tragen", sagte die Theologin laut Redemanuskript. Zugleich werde "in antiislamischer Tendenz ein christlich-jüdisches Abendland heraufbeschworen", das es so nie gegeben habe. Dabei werde die Geschichte christlicher Vormacht und christlich begründeter Judenfeindlichkeit mit ihren Folgen bis heute vergessen oder weggewischt.

Als "visionär" lobte die Direktorin des Londoner Leo Baeck College, Deborah Kahn-Harris, in ihrer Ansprache die Gründer der Bibelwoche vor 50 Jahren. Die Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs und vor allem der Schoah seien 1967 noch sehr lebendig im Gedächtnis der Glaubensgemeinschaften gewesen. Umso wichtiger sei es gewesen, einen Ort der Zusammenkunft zu schaffen. Dass die Bibelwoche auch weiterhin Anziehungskraft habe, zeigten die neuen Jahrgänge an Teilnehmern.

Die Internationale Jüdisch-Christliche Bibelwoche geht bis Sonntag. Sie findet seit 15 Jahren im Haus Ohrbeck in Georgsmarienhütte statt. Mitveranstalter ist das Leo Baeck College in London, das liberale Rabbiner für alle europäischen Länder ausbildet und ordiniert. Die Bibelwoche wird gefördert vom Bundesinnenministerium, von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und vom Bistum Osnabrück.

(KNA)

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