Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage
Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage
Pastor Wilfried Manneke (m.) mit Paul-Spiegel-Preis geehrt
Pastor Wilfried Manneke (m.) mit Paul-Spiegel-Preis geehrt

18.06.2018

Pastor Manneke mit Paul-Spiegel-Preis geehrt Mutiges Eintreten gegen Rechtsextremismus

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den evangelischen Pastor Wilfried Manneke für seinen Einsatz gegen den Rechtsextremismus geehrt. Laudatorin Margot Käßmann würdigte den Preisträger als vorbildlich.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat an diesem Montag den evangelisch-lutherischen Pastor Wilfried Manneke für sein jahrzehntelanges Engagement gegen Rechtsextremismus mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.

Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, betonte in ihrer Laudatio, Manneke lasse "die Neonazis nicht einfach machen". Der Pastor aus Unterlüß bei Celle stelle sich den Rechtsextremisten mutig entgegen, auch wenn er beschimpft oder bedroht werde, sagte sie bei der Preisverleihung in Hannover. "So klar sollten alle vernünftigen Menschen mit einem Funken Bildung und Menschenliebe das tun."

Mut des Pastors gewürdigt

Mannekes Kampf gegen den Rechtsextremismus reicht bis ins Jahr 1995 zurück, als er sich einem Arbeitskreis gegen ein Schulungszentrum von Neonazis anschloss. Der Theologe zählt zudem zu den Gründern des "Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus" und der Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, deren Vorsitzender er mittlerweile ist. Mehr als zehn Jahre lang war er in Südafrika tätig, bevor er in die Lüneburger Heide wechselte. Auch die Erfahrungen mit der Rassentrennung während der Apartheid hätten ihn geprägt, sagte er.

Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, würdigte den Mut des Pastors. Proteste gegen rechts seien gefährlich, betonte er: "Alle, die mitmachen, nehmen ein persönliches Risiko auf sich." Besonders gelte dies für die Organisatoren von Demonstrationen. "Die wenigsten von uns haben diesen Mut und diese Stärke. Mich selbst eingeschlossen." Doch sei dieses Engagement bitter nötig. "Wenn wir uns bequem zurücklehnen und viele Missstände einfach als gegeben hinnehmen, wird unsere Demokratie Schaden nehmen", sagte Schuster. "In meinen Augen ist sie bereits gefährdet."

Brandanschlag auf sein Pfarrhaus

Schuster verwies auch auf die Gefahren, denen Manneke persönlich ausgesetzt sei. Auch nachdem 2011 ein Brandanschlag auf sein Pfarrhaus verübt worden sei, habe er in seinem Engagement nicht nachgelassen. Selbst seine Kinder seien bereits gemobbt und bedroht worden.

Manneke nahm die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung unter minutenlangem stehendem Applaus entgegen. Zur Preisverleihung hatten ihn neben seiner Frau und seinen vier Söhnen auch zahlreiche Mitstreiter aus Initiativen gegen Rechtsextremismus begleitet. "Es sind viele, die sich mit mir engagieren", sagte der 64-Jährige in seiner Dankesrede. "Die Rechtsextremen gewinnen, wenn wir ihnen tatenlos zusehen", betonte er. "Sie gewinnen, wenn wir uns nur empört abwenden, statt ihnen entgegenzutreten."

Preisgeld spendet Manneke

Auch wenn er im kommenden Jahr in den Ruhestand tritt, will Manneke sich nach eigenen Worten weiter engagieren.

"Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar", betonte er. Sein Preisgeld spendete der Pastor an die beiden Initiativen gegen Rechtsextremismus, in denen er engagiert ist, sowie an die Arbeitsgemeinschaft "Bergen-Belsen", die die Arbeit der Gedenkstätte an das frühere Konzentrationslager begleitet.

Mit dem Preis für Zivilcourage zeichnet der Zentralrat seit 2009 Personen und Initiativen für ihr Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aus. Der Preis ist nach dem früheren Zentralratspräsidenten Paul Spiegel (1937-2006) benannt.

(epd)

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 20.11.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Warum sind wir Menschen abergläubig?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen