Fremdenfeindliche Attacke auf geplante Moschee in Erfurt

"Aufgespießte Schweinekadaver"

Nach einer fremdenfeindlichen Attacke auf eine geplante Moschee in Erfurt hat die Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat zu Besonnenheit aufgerufen. Der Sprecher der Gemeinde macht indirekt die Partei AfD mitverantwortlich.

Es gibt immer wieder Proteste gegen den Moscheebau in Erfurt.  / © arifoto UG (dpa)
Es gibt immer wieder Proteste gegen den Moscheebau in Erfurt. / © arifoto UG ( dpa )

"Wir finden es sehr traurig, dass sich Menschen auf eine solche Ebene begeben", sagte der Sprecher der Gemeinde, Mohammad Suleman Malik, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am Montag waren auf dem Baugelände für die geplante Moschee im Erfurter Vorort Marbach auf neun Holzpfählen aufgespießte Schweinekadaver, darunter Schädel und Innereien, entdeckt worden.

"Abscheuliches Verhalten"

Man habe Anzeige gegen Unbekannt gestellt, sagte Malik. Der Sprecher der Gemeinde machte zumindest indirekt die AfD für den Anschlag mitverantwortlich. Die Partei vergifte mit ihren Aktionen das Klima in der Stadt, so etwas komme dann dabei heraus. "Es ist in der Tat ein abscheuliches Verhalten und gehört nicht in eine Stadt, in der wir Ahmadi Muslime eine Kultur der Auseinandersetzung erlebt haben, die von Fairness, ehrlichem Interesse, und auch berechtigten kritischen Nachfragen geprägt ist", fügte Malik hinzu. Es handele sich bei den Tätern um "eine sehr kleine Randgruppe".

Moschee-Gegner

Moschee-Gegner hatten zuletzt Anfang März für Unruhe in Marbach gesorgt. Ein Bündnis "Bürger für Erfurt" hatte auf einem Nachbargrundstück des Bausplatzes mehrere große Holzkreuze aufgestellt. In einer gemeinsamen Erklärung hatten sich das Bistum Erfurt und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland damals gegen den Missbrauch christlicher Symbolik gewandt.


Quelle:
epd