Kirche und Moschee
Platznot: Münchner Jesuiten stellen Muslimen Gebetsraum zur Verfügung

21.05.2017

Münchner Jesuiten ließen Muslime bei sich beten Muslimisches Gebet unterm Kreuz

Rund 150 Münchner Muslime haben ihr Freitagsgebet bei den Jesuiten in Sankt Michael verrichtet. Der Orden stellte kurzfristig einen Saal hinter der Kirche zu Verfügung.

Ursprünglich hatten die Muslime demonstrativ auf dem Marienplatz beten wollen, die Aktion dann aber aus Sorge vor Protesten abgesagt. Mit dem öffentlichen Gebet wollten sie ursprünglich auf eine Raumnot aufmerksam machen. Am Montag hatte der letzte islamische Gebetsraum in der Münchner Altstadt wegen zu großen Andrangs aus Brandschutzgründen schließen müssen.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, würdigte die Gastfreundschaft der Münchner Jesuiten als "große christliche Geste". In einem Twitterbeitrag postete er dazu ein Foto von dem Gebet, das unter einem großen Kruzifix stattfand.

"Einmaligen Notfall"

Kirchenrektor Pater Karl Kern sprach gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntag von einem "einmaligen Notfall", der nicht zur Dauereinrichtung werden solle. Gegenüber den drei privaten Initiatoren habe er am Anfang klargestellt, dass das Kreuz an der Wand nicht abgehängt werde. Das sei für sie aber auch kein Problem gewesen. Außerdem sei es ihm wichtig gewesen, den Gebetscharakter der Versammlung zu wahren, berichtete der Jesuit. In dem Saal finden sonst Empfänge und Vorträge statt. Während des rund eine halbe Stunde dauernden, auf Deutsch gehaltenen Gebetes hätten Polizisten den Zugang geschützt.

Kern erzählte, er habe die Gäste kurz begrüßt und auf den Erzengel Michael verwiesen. Der spiele in Christentum, Judentum und Islam eine große Rolle. Außerdem habe er gesagt, dass alle zusammengehörten, die sich vor dem allbarmherzigen Gott verneigten. Daraufhin habe es "tosenden Beifall" gegeben.

Mehrere Schließungen von Moscheen

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wiesen bei der Versammlung mehrere Imame auf die zuletzt stark gestiegene Zahl der Muslime in München und auf mehrere Schließungen von Moscheen hin. "Wir wünschen uns eine Moschee, in der Männer und Frauen gleichberechtigt sind, und in der Deutsch gesprochen wird", zitierte die Zeitung einen von ihnen.

Ein großes Moscheebauprojekt war in der bayerischen Landeshauptstadt im vergangenen Sommer gescheitert. Der Initiator, der Penzberger Imam Benjamin Idriz, hatte vergeblich versucht, die dafür benötigten 4,5 Millionen Euro Spendengeld aufzubringen.

(KNA)

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