Jean-Louis Tauran im Gespräch mit Reisu-l-ulema Dr. Mustafa ef. Ceriçist, früherer Großmufti von Bosnien-Herzegowina.
Jean-Louis Tauran im Gespräch mit Reisu-l-ulema Dr. Mustafa ef. Ceriçist, früherer Großmufti von Bosnien-Herzegowina.

13.08.2016

Vatikan setzt auf interreligiösen Dialog Mittel gegen Terror

Den Schreckensmeldungen von Terror und Religionskriegen zum Trotz hat der Vatikan erneut die Bedeutung des interreligiösen Dialogs hervorgehoben. Mit "freundlicher Neugier" gelte es, demjenigen, der anders ist, zu begegnen.

"Natürlich bedrohen solche kriminellen Handlungen die Glaubwürdigkeit des interreligiösen Dialogs, aber wir müssen uns weiterhin treffen, miteinander reden und zusammenarbeiten, wo es geht, damit der Hass nicht überwiegt", schreibt der Leiter des Päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog, Kurienkardinal Jean-Louis Tauran, in einem Artikel für die vatikanische Zeitung "Osservatore Romano" (Samstag). Er merke oft, dass "viele Probleme auf die Unkenntnis beider Seiten" zurückzuführen sei. Es sei wichtig geworden, den Inhalt unserer Religion mit einer "verbundenen Katechese" zu ergründen.

Der Franzose bezieht sich in seinem Text konkret auf die Ermordung des katholischen Priesters Jacques Hamel in Frankreich Ende Juli. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte die Tat für sich beansprucht.

Päpste setzen seit Jahrzehnten auf Gemeinsamkeiten

Die niederträchtige Ermordung des Geistlichen sollte laut Tauran die Unmöglichkeit eines friedlichen Miteinanders von Muslimen und Christen zeigen. Als Antwort darauf gelte es, im Namen Gottes gemeinsam für Harmonie und gegenseitiges Vertrauen zu arbeiten.

"Ignoranz führt zu Angst", warnt der Kardinal in seinem Text und lobt den Dialog als "das wirksamstes Mittel gegen Relativismus". Für Tauran sei das Christentum in dem Zusammenhang "privilegiert", da "wir aus der reichen Lehre Papst Benedikts schöpfen können, der mehr als andere auf die Notwendigkeit des islamisch-christlichen Dialogs hingewiesen hat". Auch schon dessen Vorgänger, Papst Johannes Paul II. (1978-2005) habe Gemeinsamkeiten beider Religionen betont. Und Papst Franziskus setze ebenfalls auf seine Art und Weise immer wieder Zeichen einer "brüderlichen Koexistenz".

(KNA, DR)

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