Papst Franziskus nach einem Gebet an der Klagemauer
Papst Franziskus nach einem Gebet an der Klagemauer

28.12.2015

Israels Präsident betont Schutz der Religionsfreiheit "Ein Jude kann nicht antichristlich sein"

Der Konflikt im Nahen Osten ist nach Worten von Israels Staatspräsident Reuven Rivlin kein Krieg um Religion, sondern "ein Krieg um Hass". Das sagte Rivlin beim traditionellen Weihnachts- und Neujahrsempfang für die Kirchenoberhäupter.

Rivlin rief am Montag zum Dialog zwischen den religiösen Gemeinschaften im Heiligen Land und weltweit auf. Gleichzeitig betonte er Israels Verpflichtung zum Schutz der Religionsfreiheit für alle Gläubigen. Die jüdischen und die demokratischen Werte des Staates Israel gingen Hand in Hand, so Rivlin.

Rivlin erinnerte auch an den 50. Jahrestag des Konzilsdokuments "Nostra Aetate" und die seither entstandenen jüdisch-katholischen Beziehungen. Er dankte Papst Franziskus für dessen klare Worte gegen Antisemitismus und Judenmission. "Papst Franziskus sagt, ein echter Christ kann kein Antisemit sein. Lasst mich sagen: Ein gläubiger Jude kann nicht antichristlich oder antimuslimisch sein, so Rivlin wörtlich. Die Zehn Gebote, die Christen und Juden heilig seien, lehrten den Respekt vor Gott und vor den Menschen.

Patriarch von Jerusalem dankt Rivlin

Der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., dankte im Namen der Kirchenführer für Rivlins Einsatz für Minderheitenrechte im Land und seine Verurteilung von jeder Form von Gewalt. Rivlin zeige Respekt gegenüber allen Religionen und der religiösen Vielfalt der Region. Die Kirchenführer verurteilten Gewalt in jeder Form; es sei "inakzeptabel, Religion in dieser Form zu benutzen", so Theophilos III. Er betonte das Bekenntnis der Kirchen zu Frieden und Versöhnung im Heiligen Land. Gleichzeitig forderte er die Einhaltung des sogenannten Status quo, der die Rechte und Pflichten zwischen den Religionsgemeinschaften im Heiligen Land festschreibt; er sei der "Schlüssel zu Harmonie und Frieden".

Zu den Gästen des Empfangs in der Residenz des Präsidenten gehörten unter anderen der Lateinische Patriarch Fouad Twal und der griechisch-katholische melkitische Erzbischof von Akko, Haifa, Nazareth und ganz Galiläa, George Wadih Bakouni.

(KNA)

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