Wimpel am Straßenrand während der Fronleichnamsprozession
Wimpel am Straßenrand während der Fronleichnamsprozession

11.06.2020

Fronleichnam in einem Ausnahmejahr Trotz allem die Zusage: Jesus ist da

Eine feierliche Prozession mit dem Allerheiligsten, Priestern, Messdienern, Erstkommunionkindern, Vertretern aller Vereine. Und am Schluss: dicht gedrängt die betenden Gläubigen. Fronleichnam 2020 wird anders sein.

In manchen Gemeinden war Fronleichnam in diesem Jahr schon vor einigen Wochen. Aufgrund der Gottesdienstverbote und der strengen Ausgangsbeschränkungen durch die Corona-Pandemie haben sich einzelne Priester auf dem Weg durch die Straßen der Dörfer und Städte gemacht. Mit dabei hatten sie die Monstranz und in ihr das konsekrierte Brot aus der Eucharistiefeier. Die Fronleichnamsprozession in ungewohnter Form: ein Priester, manchmal gerade noch begleitet von einem Ministranten. Und die Hauptsache: die Monstranz mit der Hostie.

Ungewöhnliche Prozessionen in der Corona-Krise

Die Priester wollten mit dieser außergewöhnlichen Geste schon Wochen vor dem offiziellen Fronleichnamsfest etwas sehr Zentrales zum Ausdruck bringen: Jesus ist da, er begleitet uns, er steht den Menschen zur Seite. Christen glauben und bekennen, dass Jesus in der konsekrierten Hostie ganz und gar gegenwärtig ist. Das Brot ist Zeichen seiner Anwesenheit, Hinweis auf seine Präsenz.

Das ist die Botschaft, die in einer solchen Prozession durchklingt. Gerade in einer Zeit, in der die Menschen verunsichert und ängstlich sind, in der man nicht weiß, was morgen und übermorgen sein wird, gibt diese Botschaft Halt und Orientierung. Obwohl es in den vergangenen Wochen nicht möglich war, miteinander wie gewohnt Gottesdienst zu feiern, verlässt der auferstandene Herr seine Gemeinde nicht. Er hat ihr sein Mitgehen zugesagt, seine Gegenwart - bis zum Ende der Welt. Wenn die Priester mit der Monstranz und der Hostie in ihr durch die Straßen ziehen, dann kommt dies sehr augenfällig zum Ausdruck: Jesus, der Auferstandene, ist da, er geht die Wege der Menschen mit, er teilt unser Schicksal.

Bedeutung des Glaubens in der Krise

Ob und in welcher Weise es wohl in diesem Jahr die altgewohnten Fronleichnamsprozessionen mit ihrem vielfältigen Brauchtum geben wird? Egal, mit wie vielen Menschen auch Fronleichnam gefeiert wird: Der zentrale Gedanke ist und bleibt derselbe. Jesus teilt das Menschenleben, er steht uns Menschen zur Seite, in guten und ganz besonders in den schlechten Tagen.

Die Prozession durch die Straßen der Gemeinden macht dies deutlich. Jesus kommt in der Gestalt des Brotes hinein in unseren Alltag, er kommt dorthin, wo Menschen mit sich selbst und mit ihrem Schicksal ringen. Er ist dort, wo Menschen nicht mehr weiterwissen, wo sie Tränen vergießen und verzweifelt nach neuer Hoffnung suchen. Dort will er sein, dort will er die Menschen mit seiner Gegenwart beschenken.

Es kommt nicht darauf an, wie viele Gläubige an der Prozession teilnehmen dürfen. Vielleicht wird gerade dort etwas auf neue Weise erfahrbar, wo das Allerheiligste nur von sehr wenigen Menschen begleitet wird: nämlich die unbedingte Zusage seiner Gegenwart. Auch wenn ihm niemand nachfolgen kann, auch wenn es beinahe unmöglich erscheint, sein Gedächtnismahl zu feiern, ist er dennoch da, bleibt er trotzdem an unserer Seite. Gerade in der größten Aussichtslosigkeit menschlichen Lebens umfängt er uns mit seiner heilbringenden Nähe.

Das wird an Fronleichnam sehr deutlich, und besonders dann, wenn die Prozessionen in einer abgespeckten Form stattfinden. Das ist kein Grund, sich zu ärgern oder sich die altbekannte Normalität zurückzuwünschen. Es ist die Chance, neu die Kernbotschaft unseres Glaubens zu entdecken, sich aufs Neue das zusagen zu lassen, was Jesus den Jüngern damals versprochen hat: Er ist und bleibt da.

Neue Hoffnung in schwieriger Zeit

Fronleichnam darf nicht ausfallen. Es kann gerade in dieser schwierigen Zeit neue Hoffnung schenken und die Gewissheit stärken, dass wir nicht alleine sind auf diesem Weg durch die Zeit. Auch wenn das Fronleichnamsfest in diesem Jahr wohl nicht in gewohnter Form begangen werden kann, so tut es doch dem, was wir feiern, keinen Abbruch.

Wir feiern, dass wir den auferstandenen Herrn zum Gefährten haben, dass Gott sich einlässt auf unser Menschenleben. Wir feiern das Leben, das die Wunden kennt, das um Verletzungen weiß, das Leben, das aber stärker ist als die Macht des Todes. Wir feiern, dass wir trotz vorübergehender Quarantäne und Kontaktsperre niemals alleine sind, dass Er schon da ist, dass er unser Bangen und Zweifeln schon kennt. In der Fronleichnamsprozession kommt all das zum Ausdruck. Auch und besonders dann, wenn der Priester alleine mit der Monstranz durch die Straßen ziehen sollte.

Fabian Brand
(KNA)

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