Prozession zur Nacht der Heiligen
Prozession zur Nacht der Heiligen
Papst Franziskus
Papst Franziskus an Allerseelen, 2018

02.11.2019

Warum auf Allerheiligen das Allerseelenfest folgt Blick hinter die Fassade

Der November beginnt in der Kirche mit dem Gedenken an Heilige und die Seelen Verstorbener. Beide Feste stehen in enger Verbindung zueinander.

Ein bisschen grimmig schaut er schon drein und durchaus furchteinflößend mit seinem Bart, das Schwert in der Hand. Es erweckt den Eindruck, als würde er dem Betrachter drohen, der heilige Paulus, wie er im Atrium der Kirche St. Paul vor den Mauern in Rom dargestellt ist. Wohl fühlt man sich nicht in seiner Gegenwart. Eher bekommt man es mit der Angst zu tun, weil man fürchten muss, der Völkerapostel würde auf einmal sein Schwert schwingen und eine seiner berühmten Reden halten.

So haben ihn sich die Menschen eben vorgestellt, den Paulus, der zwar ganz ohne Waffe ausgekommen ist, aber wohl eine Zunge wie ein Schwert besessen hat. Mit dem biblischen Paulus freilich hat das wenig zu tun. Er hat das Evangelium verkündet, die Frohbotschaft von Christus, dem auferstandenen Herrn. Paulus wollte den Menschen Freude machen und sie nicht in Angst und Schrecken versetzen. In seiner Gegenwart sollten sich die Menschen wohl fühlen und etwas spüren von der nahegekommenen Gottesherrschaft.

Das Evangelium Christi unermüdlich verkündigt

Oft sind Heilige so dargestellt, dass man als Betrachter erst einmal zurückschreckt. Der Apostel Judas Thaddäus zum Beispiel, der häufig mit einer Keule gezeigt wird, oder der Apostel Bartholomäus, der seine eigene Haut in der Hand hält. Kein Wunder, dass diese Darstellungen mitunter verstörend und irritierend wirken.

Doch man darf sich nicht abschrecken lassen von der Vorstellungskraft der vergangenen Generationen. Gerade das Fest Allerheiligen lädt ein, hinter die Fassade zu blicken: Denn all diese Figuren und Szenen, mit denen die Gotteshäuser geschmückt sind, stehen ja nicht für sich alleine. Sie zeigen, dass es Menschen gab, die uns auf dem Glaubensweg vorangegangen sind. Menschen, die das Evangelium Christi unermüdlich verkündigt und mit Leben erfüllt haben. Die Kirche verehrt sie als Heilige, als Beispiele dafür, wie ein Leben aus dem Glauben gelingen kann.

Es erinnert an die Menschen

Das Fest Allerheiligen rückt sie in den Mittelpunkt und mit ihnen den, den sie verkündigt haben: Jesus Christus, den auferstandenen Herrn. Allerheiligen ist ein österliches Fest, denn es erinnert an die Menschen, die das Evangelium gelebt haben und die von Christus aufgenommen wurden in das himmlische Jerusalem. Sie sind schon vollendet, sie leben schon in der Herrlichkeit des Himmels. Auch dadurch sind sie uns Vorbilder auf dem Glaubensweg, denn sie sagen: Wer hier auf Erden für Christus und das Evangelium lebt, der erlangt Anteil an der Auferstehung von den Toten, für den ist ein Platz bereitet im Himmel, inmitten der Heiligen.

Deswegen ist es auch so passend, dass nach dem Allerheiligentag das Allerseelenfest folgt: Die Kirche gedenkt der Menschen, die schon vollendet sind im Himmel, und wir beten für unsere Verstorbenen von denen wir hoffen, dass ihnen in der Finsternis des Todes das Osterlicht leuchtet. Beide Feste gehören untrennbar zusammen. Sie lenken unseren Blick auf jene Menschen, von denen wir glauben, dass sie auf ewig in Gott leben.

In Gottes Herrlichkeit leben

Heilige stehen nicht nur in den Kirchen, auf dem hohen Sockel, mit furchteinflößendem Blick und erhobenem Schwert. Heilige Menschen leben verborgen mit uns, in unserem Alltag. Alle Menschen sind zur Heiligkeit berufen, hat Papst Franziskus jüngst in einem Schreiben festgehalten. Und im Zusammenklang der Feste Allerheiligen und Allerseelen wird das deutlich: Heilige sind jene Menschen, die schon in Gottes Herrlichkeit leben.

Jeder, der auf Christi Tod getauft ist, ist auch auf seine Auferstehung getauft, sagt der Apostel Paulus. Ein hoffnungsvolles Wort, das zeigt, dass Christus sein Ostern mit uns Menschen teilt. Er ruft uns in die Gemeinschaft der Heiligen, er schenkt jedem Anteil an seinem Leben und an seiner Herrlichkeit. So heißt es auch in der Präfation vom Allerheiligentag: "Heute schauen wir deine heilige Stadt, unsere Heimat, das himmlische Jerusalem. Dort loben dich auf ewig die verherrlichten Glieder der Kirche (...). Dorthin pilgern auch wir im Glauben (...) und gehen freudig dem Ziel der Verheißung entgegen."

Blick hinter die Fassade
(KNA)

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