Silvester 2016
So soll es Silvester 2016 in Köln aussehen...
Dompropst Bachner
Dompropst Bachner

21.11.2016

Silvester 2016: Stadt Köln plant Lichtinstallation am Dom "Köln, wie es wirklich ist"

Mit einem spektakulären Licht-Kunstwerk will die Stadt Köln in diesem Jahr an Silvester ein Zeichen für Sicherheit und Weltoffenheit setzen. Der Kölner Dompropst Gerd Bachner befürwortet die Pläne.

Die Multimedia-Projektion unter dem Motto "Time Drifts Cologne" ziele darauf ab, "anstelle einer nüchternen, aufgehellten Schutzzone die Domumgebung zu einem 'Licht-Traum-Raum' umzuwandeln", erklärte die Stadt am Sonntagabend. Der renommierte Berliner Künstler Philipp Geist will die Platzflächen und einige Fassaden in der Umgebung in einen Bilderstrom aus Zeichen, Farben und Wörtern tauchen. Sphärische Musik soll das sinnliche Raumerleben zusätzlich fördern. Die Kölner Bürger können sich vorab mit eigenen Vorschlägen an der Gestaltung beteiligen.

Ziel sei es, nach den gewaltsamen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 Sicherheit zu schaffen und "Köln, wie es wirklich ist, wieder am Dom erlebbar zu machen".

Dompropst lobt Lichtkonzept

Der Kölner Dompropst Gerd Bachner begrüßte gegenüber domradio.de die Pläne der Stadt Köln ausdrücklich. Es sei vorrangig wichtig, nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr, in der Domumgebung einen sicheren Raum zu schaffen, in dem die Menschen die Freude über den Jahreswechsel in einer friedvollen Atmosphäre teilen können. Das geplante Lichtkonzept passe gut zur Weihnachtszeit, in der für Christen das Licht eine ganz besondere Rolle spiele.

Bachner begrüßte zudem, dass der Dom selbst an Silvester nicht zusätzlich beleuchtet werde, sondern nur der Boden im Domumfeld. Der Dom lebe von seinem Umfeld, und das Umfeld lebe vom Dom, so der Dompropst weiter. Als besonders gute Idee bezeichnete Bachner die geplante Einbeziehung der feiernden Menschen in das Lichtkonzept. Menschen könnten so mit ihren Wünschen für das neue Jahr Teil der Licht-Installation selbst werden, so Bachner.

Begrenzter Zugang zum "Lichtraum"

Aus Sicherheitsgründen wird der Zugang zu dem "Lichtraum" begrenzt und die Domumgebung abgesperrt. In diesen Bereich darf keine Pyrotechnik mitgenommen werden. Bei Bedarf kann die Projektion, die von 17 Uhr bis nach Mitternacht dauert, durch tageshelles Licht unterbrochen werden.

In der vergangenen Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof Gruppen junger Männer vor allem aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum zahlreiche Frauen sexuell bedrängt und bestohlen. Bei der Staatsanwaltschaft Köln liegen etwa 1.200 Anzeigen zu der Nacht vor, rund 500 davon wegen sexueller Übergriffe. Die Vorfälle lösten bundesweit Empörung und Verunsicherung aus. Der Polizei wurde vorgeworfen, die Lage nicht unter Kontrolle gehabt zu haben.

(epd, DR)

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