Kapuzinerpater Leopold Mandic
Kapuzinerpater Leopold Mandic
Grab des heiligen Leopold Mandic
Grab des heiligen Leopold Mandic

12.05.2016

Vor 150 Jahren wurde der heilige Leopold Mandic geboren Patron des Barmherzigkeitsjahres

Er war 1,35 Meter groß, hatte mystische Gaben wie die der Prophezeiung, und er trug Jesu Wundmale an seinem Leib. Schon bei seinem Tod eilte Leopold Mandic der Ruf der Heiligkeit voraus. Heute spielt er eine große Rolle für die Katholiken in Kroatien.

Bei der Graböffnung 1966 war sein Leichnam 24 Jahre nach seinem Tod noch unverwest. Im vergangenen Herbst erklärte Papst Franziskus "Padre Leopoldo" gemeinsam mit Pater Pio zum Patron des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Vor 150 Jahren, am 12. Mai 1866, wurde Leopold Bogdan Ivan Mandic in Herceg Novi - damals Österreich, heute Montenegro - geboren.

Schon früh fand Leopold, das jüngste von insgesamt zwölf Kindern der Familie, durch das Vorbild seiner Eltern zum Glauben. Oft besuchte er mit seinem Vater die Messe und ging zur Kommunion, was damals eher ungewöhnlich war. Denn das Umfeld der Familie war eher vom orthodoxen Glauben geprägt, so dass der Junge schon früh die Trennung der Christen wahrnahm. Schon in jungen Jahren soll er sich gewünscht haben, daran etwas zu ändern.

Ein Leben im Zeichen des Glaubens

Beeindruckt von der selbstlosen Arbeit der Gemeinschaft, trat Mandic im Alter von 18 Jahren mit dem Segen seiner Eltern in Venedig dem Kapuzinerorden bei. Er erhielt den Ordensnamen Leopoldo und wurde 1890 in Venedig zum Priester geweiht, wo er an der dortigen Kapuzinerkirche als Beichtvater wirkte. Später ging er in ein Kloster in Padua, wo er mehr als 30 Jahre lebte - in einer kleinen, ungeheizten und fensterlosen Zelle. Eigentlich hatte sich der mit einer Körpergröße von gerade einmal 1,35 Metern kleinwüchsige und kränkliche Ordensmann schon früh vorgenommen, an einer Vereinigung mit der orthodoxen Kirche mitzuwirken. Doch er sollte vor allem als Beichtvater tätig sein, was er mit großer Menschenkenntnis und Herzenswärme unermüdlich tat - oft 15 Stunden am Tag. Dennoch bildeten sich lange Schlangen vor dem Beichtstuhl. Er nahm nicht nur Normalsterblichen, sondern auch Priestern und sogar Bischöfen - unter ihnen auch der spätere Papst Johannes Paul I. - die Beichte ab.

Leopold Mandic starb am 30. Juli 1942 in Padua und wurde am 16. Oktober 1983 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Noch heute wirkt die Strahlkraft des Heiligen. Der Kapuzinerorden und die Ortskirchen von Kroatien, Slowenien, Italien und Montenegro begehen in diesen Tagen den 150. Geburtstag des Heiligen mit großen Feiern.

Ein Vorbild für die Katholiken Kroatiens

Im Vorfeld der Feierlichkeiten zu dem Gedenktag erklärte der Zagreber Kapuzinerprovinzial Jure Sarcevic der kroatischen katholischen Wochenzeitung "Glas Koncila", der heilige Leopold wollte sein ganzes Leben zu den Seinen - auf die andere Seite der Adria - zurückkehren, um für die Einheit der Christen zu arbeiten, insbesondere für die Einheit von Orthodoxen und Katholiken. 74 Jahre nach seinem Tod gehe sein Wunsch in Erfüllung, "doch völlig erfüllt wird er dann, wenn sein Körper seine Heimatstadt Herceg-Novi besucht". Der Bischof von Kotor, Ilija Janjic, habe deshalb die Bitte an die Kapuziner gerichtet, dass der Leichnam des Heiligen noch in diesem Jahr Herceg-Novi besucht, so Sarcevic. Bereits im Februar war der Glasschrein mit dem unverwesten Leichnam von "Padre Leopoldo" - wie auch der von Padre Pio - im Petersdom ausgestellt worden. Der Provinzial betonte, dass durch die Ernennung von Pater Leopold zum Patron des "Jubiläums der Barmherzigkeit" die Kirche den Gläubigen diesen Heiligen als "Vorbild im Leben und Fürsprecher in Krisen und Ängsten" vor Augen stelle. Den Priestern sei er ein Vorbild des "unermüdlichen Beichtehörens" und allen Gläubigen in Kroatien "ein wunderbares Geschenk Gottes".

Der frühere Erzbischof von Zagreb, Alojzije Stepinac, sei sehr engagiert in der Verbreitung der Verehrung von Leopold Mandic und in Bezug auf die Initiative für seine Selig- und Heiligsprechung gewesen, betont Sarcevic. In der Einleitung der kroatischen Ausgabe einer Biografie über den Heiligen schrieb Stepinac: "Dieser Mann kleiner Gestalt und zerbrechlicher Gesundheit war ein echter Riese des Geistes, der dem guten Gott gedient hat, um zahlreichen Seelen die Bürde des Lebens zu erleichtern, sie für die ewigen Ideale zu begeistern und sie im Guten zu festigen. Dem ganzen kroatischen Volk wird es eine große Freude sein, dass Leopold Mandic als Seliger ein wundervolles Vorbild sein wird, wie man im Guten verharren soll."

 

(KNA)

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