Homosexualität und Kirche
Homosexualität und Kirche
Einer der Preisträger: Karl-Heinz Menke
Karl-Heinz Menke

08.01.2021

Katholischer Theologe schließt Segnung homosexueller Paare aus Kirche ist "kein Service-Unternehmen"

​Der katholische Theologe Karl-Heinz Menke hat in einem Gutachten die kirchliche Segnung homosexueller Paare kategorisch ausgeschlossen. Die Kirche sei "kein Service-Unternehmen", betonte Menke.

"Die Kirche darf und kann auch im Einzelfall nicht das Gegenteil von dem tun, was sie dogmatisch und kirchenrechtlich für verbindlich erklärt hat", schreibt der emeritierte Bonner Professor für Dogmatik in dem vom Bistum Limburg in Auftrag gegebenen Gutachten, das die Wochenzeitung "Die Tagespost" am Freitag veröffentlichte. "Wo immer die Kirche öffentlich handelt, muss dieses Handeln ihrem Selbstverständnis entsprechen", betont Menke.

"Kein Service-Unternehmen"

Die Kirche sei "kein Service-Unternehmen, das sich nach irgendwelchen Bedürfnissen ausrichtet", schreibt der 70-jährige Menke, der auch Mitglied der Internationalen Theologenkommission des Vatikan ist. Das Bedürfnis homosexueller oder zivil wiederverheirateter Paare "nach kirchlicher (Ab)segnung ihrer irregulären Verbindung" sei kein Argument. Die Kirche müsse dem Zeitgeist gerade da widerstehen, wo es in der Gesellschaft als plausibel gelte, "was angeblich barmherzig, in Wahrheit aber selbstwidersprüchlich ist".

Laut katholischer Lehre ist es zwar keine Sünde, homosexuell zu empfinden; homosexuelle Handlungen sind demnach aber "in sich nicht in Ordnung". Menke betont, dass es bei der Verweigerung kirchlicher Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare nicht um ein Urteil über deren ethische Absichten oder deren Zugehörigkeit zur Kirche gehe. "Wie der Einzelne vor Gott beziehungsweise Christus dasteht, entzieht sich unserer Kenntnis und unserem Urteil."

Frage nach kirchlicher Segnung

Der Limburger Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat mehrfach deutlich gemacht, dass er sich eine kirchliche Segnung für Paare vorstellen kann, die nicht kirchlich heiraten dürfen - auch für homosexuelle Paare. Ende Dezember sagte Bätzing im Interview der "Herder Korrespondenz" (Januar): "Wir brauchen hierfür Lösungen, die nicht nur im Privaten greifen, sondern auch eine öffentliche Sichtbarkeit haben - aber deutlich machen, dass keine Ehe gestiftet wird." Solche Segnungen seien möglicherweise auch machbar ohne eine offizielle Anerkennung aus dem Vatikan, so Bätzing: "In meinem Bistum habe ich einen Prozess in Auftrag gegeben, diese Frage zu erörtern."

Im August 2019 hatte Bätzing - er war damals noch nicht Vorsitzender der Bischofskonferenz - gesagt, dass Segensfeiern für homosexuelle Paare "im Moment" nicht möglich seien. Bei einer Diskussionsveranstaltung in Oestrich-Winkel wies Bätzing auf die kirchenrechtliche Problematik hin: "Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr, weil der Heilige Vater sagt, dass der Bischof nicht mehr die Verbindung zur Kirche hat."

(KNA)

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