Papst Franziskus
Papst Franziskus betet den Rosenkranz

18.10.2020

Pastoralreferentin bringt Kindern das Rosenkranzgebet nah "Jesus ist mein Freund"

Papst Franziskus ruft für diesen Sonntag zu einem "Gebetssturm" auf und unterstützt die Aktion "Eine Million Kinder beten den Rosenkranz" von Kirche in Not. Wie man Kindern den Rosenkranz näher bringen kann, weiß Mechthild Sicking.

DOMRADIO.DE: Wie reagieren Kinder auf Rosenkranzgebete? Welche Erfahrungen machen Sie da?

Mechthild Sicking (Pastoralreferentin im Bistum Münster): Ich komme ja aus einer ländlichen Region, arbeite auch in einer ländlichen Region, und bei uns ist es noch Usus, dass die Kinder zur Erstkommunion einen Rosenkranz geschenkt bekommen. Sie wissen zwar nicht unbedingt, wie man damit betet, aber es ist immerhin ein Kommuniongeschenk. Und so gesehen kommt es dieser Situation ganz gut entgegen, wenn ich mit den Kindern über den Rosenkranz spreche, respektive einen Nachmittag anbiete, an dem die Kinder lernen, mit dem Rosenkranz zu beten.

DOMRADIO.DE: Für Kinder muss es ja irgendwie alles immer cool sein. Wie kann man denn, sage ich jetzt mal, einen Rosenkranz mit Coolness aufladen?

Sicking: Ja, mit Coolness. Ich fange in der Regel mit der Legende von der Entstehung des Rosenkranz an. Das ist die Legende vom Heiligen Dominikus. Dominikus hat angefangen zur Mutter Gottes zu beten. Erst mal war er in der Schule ziemlich faul. Das finden die Kinder dann ja schon immer ganz witzig, dass das nicht so ein kleiner Streber war.

Dann hat er der Gottesmutter jeden Tag frische Blumen geschenkt. Und als dann der Winter kam, war er halt bedrückt, es gab keine Blumen mehr. Dann hat ihm jemand geraten, doch jeden Tag einen Rosenkranz zu beten, also die Ave Maria zu beten. Und dann kommt noch dazu, er macht das auch jeden Tag, und unterwegs wird er dann irgendwann mal von Räubern überfallen. Das ist jetzt die Kurzfassung. Aber wenn man das ein bisschen ausschmückt, dann hat man die Kinder erst einmal gefangen, weil das ja eigentlich eine tolle Geschichte ist.

DOMRADIO.DE: Gibt es denn so eine Hürde, die Kinder überwinden müssen, oder finden Sie das von vornherein cool und sind dann auch dabei?

Sicking: Die Hürden sind mit Sicherheit die üblichen Gesätze, die man kennt. Aber da ist es ganz gut, wenn die Kinder die Gelegenheit haben, sich ihre eigenen Gesätze auszudenken. Dann hat jedes Kind seinen eigenen, ganz persönlichen Rosenkranz und betet ihn dann auch. Die Kinder freuen sich ja, Jesus ist mein Freund und möchte das auch auf verschiedene Art und Weise deutlich machen.

Die üblichen Gesätze, die sind ja allein von der Formulierung her schon nicht sehr kindgerecht. Aber wenn so ein Kind dann einfach betet: "Jesus, der alle Kinder lieb hat", oder "Jesus, der immer bei mir ist", dann hat das Kind seinen eigenen, ganz persönlichen Rosenkranz. Sie schreiben sich diese Gesätze dann auch auf. Und ich bete dann mit den Kindern auch nicht jeweils zehn Perlen, sondern fünf, um das Ganze dann auch ein bisschen einzuschränken.

DOMRADIO.DE: Was kommen denn für Reaktionen von den Kindern, mit denen Sie das üben?

Sicking: Interessanterweise finden das die meisten Kinder ganz toll. Und ich erlebe es auch immer wieder, dass die Kinder dann kommen, wenn sie mich dann zum Beispiel nach dem Kirchenbesuch sehen: "Mechthild guck mal, ich hab mir noch neue Gesätze ausgedacht", und beten dann vielleicht auch nur ein oder zwei Gesätze. Aber das ist okay, denn die Beziehung zum Rosenkranz ist da.

Und einige sagen auch: "Ich trag den Rosenkranz jetzt um den Hals, dann ist mir der liebe Gott, dann ist mir Jesus ganz, ganz nahe." So ähnlich wie diese Kettchen mit den Kreuzen, die die Kinder auch zur Erstkommunion geschenkt bekommen. Und die Kinder setzen dann diesen Rosenkranz als Statement ein.

DOMRADIO.DE: Hinter der Rosenkranz-Aktion von Kirche in Not steckt ja der Gedanke des heiligen Paters Pio. Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern, so hieß es. Es geht also auch um die Kraft der Gemeinschaft und der Spiritualität. Kommt das bei den Kindern an? Spüren die was, wenn man das auch gemeinsam betet dann?

Sicking: Auf jeden Fall. Denn wenn ich die Kinder einlade, wir beten jetzt zusammen den Rosenkranz, dann reisst das wahrscheinlich kein Kind vom Hocker. Da gibt es dann viele andere Sachen, die viel, viel interessanter sind. Aber ich habe dann tatsächlich von Kirche in Not die Überschrift aufgenommen "Eine Million Kinder beten für den Frieden und für die Einheit" und alleine schon ein Teil dieser eine Million Kinder zu sein, kommt bei den Kindern toll an.

DOMRADIO.DE: Wenn jetzt jemand zuhause seinem Kind den Rosenkranz ein bisschen näher bringen möchte, was wäre da der wichtigste Tipp?

Sicking: Der wichtigste Tipp ist, den Rosenkranz kindgerecht zu erklären und nicht gleich den ganzen Rosenkranz zu beten. Damit sind Kinder überfordert. Und wirklich auch, ich empfehle immer, mit den Kindern eigene Gesätze zu kreieren. Dann ist das mein persönlicher Rosenkranz. Das Kind hat dann auch eine Beziehung zu diesen Gesätzen. Denn je nach Situation des Kindes fallen die Gesätze mal so, mal so aus. Aber dann ist es etwas ganz Persönliches und mein eigenes.

Das Interview führte Michelle Olion.

(DR)

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