Papst Franziskus tauft einen Säugling
Papst Franziskus tauft einen Säugling

24.06.2020

Zum Fest der Geburt Johannes des Täufers Mit dem Herzen sehen

An einem der hellsten Tage des Jahres erinnern Christen an die Geburt Johannes des Täufers. Mit ihr erfüllte sich der Wunsch betagter Eltern nach einem Nachkommen. Und Gott sollte Großes mit ihm vorhaben.

"Was wird wohl aus diesem Kind einmal werden?" So manche Eltern oder Großeltern mögen sich diese Frage beim Anblick eines Neugeborenen schon gestellt haben. Bei aller Freude über die Geburt eines neuen Erdenbewohners und eines weiteren Familienmitglieds, bleibt der Blick in die Zukunft nicht verborgen.

Was wird wohl aus diesem kleinen Kind einmal werden? Welchen Beruf wird es ergreifen, wie werden seine Lebenswege wohl aussehen? So viele Fragen drängen sich auf. Das kleine, schutzlose und ohnmächtige Leben: Was wird es in der ihm geschenkten Lebenszeit verändern? Was werden seine Hände einmal greifen? Welche Worte wird es mit seiner Stimme aussprechen? Fragen über Fragen, die niemand beantworten kann.

Gott hat sich gnädig erwiesen

Die Zukunft steht offen - und mit ihr die Ungewissheit, die so manches Elternpaar in der Geburtsfreude nachdenklich stimmt.

"Was wird wohl aus diesem Kind einmal werden?" Im Lukasevangelium sind es die Nachbarn von Elisabeth und Zacharias, denen diese Frage in den Mund gelegt wird. Sie sind dabei, als die greisen Eltern ihr Kind auf die Welt bringen. Johannes soll es heißen, "Gott ist gnädig", und nicht Zacharias, "der Herr hat sich erinnert", wie sein Vater.

Gott hat sich gnädig erwiesen: Er hat den beiden Eltern noch einmal das Wunder der Nachkommenschaft bereitet, obwohl beide schon im hohen Alter waren. Gottes Wege sind eben doch verschlungen und seine Pläne unterscheiden sich von dem, was wir Menschen für unser Leben vorhaben. Er schenkt ihnen Johannes, den Sohn, auf den sie schon so lange gewartet haben. Die Geburt des Sohnes ist ein Geschenk, Gott erweist sich Elisabeth und Zacharias als der Gnädige. Aber bei aller Freude über das Wunder Geburt, die Frage bleibt: "Was wird wohl aus diesem Kind einmal werden?"

Die Geburtsgeschichte des Johannes, wie sie bei Lukas überliefert ist, weist auf ein kleines Detail hin: Es heißt dort, die Menschen hörten von der Geburt des Kindes und sie "nahmen es sich zu Herzen". Das ist der Grund, warum sie nach der Zukunft dieses Kindes fragen.

Das ist auch die Ursache, warum sie etwas sehr Bedeutendes feststellen können: "Die Hand des Herrn war mit ihm." Im Herzen bedenken die Nachbarn dieses große Geheimnis, das sich ganz in ihrer Nähe ereignet hat. Und mit dem Blick des Herzens erschließt sich ihnen das Wirken Gottes, der Elisabeth und Zacharias - mehr noch: das ganze Volk Israel - mit seiner Gnade beschenkt.

Mit dem Herzen betrachten

Lukas hat die Erzählung von der Geburt des Johannes parallel zur Geburtsgeschichte Jesu geschrieben. So endet auch die Weihnachtsgeschichte mit dem intensiven Nachdenken über das, was sich ereignet hat: "Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen", heißt es dort. Wer mit dem Herzen auf einen Menschen blickt, dem erschließt sich eine größere Wirklichkeit. Wer im Herzen das nachdenkt, was vordergründig geschehen ist, der wird fähig, Gottes Spuren in dieser Welt zu entdecken.

So ist es den Nachbarn von Elisabeth und Zacharias ergangen: Mit dem Herzen erkennen sie, dass es Gottes Gnade war, die den beiden Eltern das Kind Johannes geschenkt hat. Schon jetzt wissen sie, dass es ein Weg sein wird, in dem Gott eine große Rolle spielt. Seine Hand wird ihn führen und leiten, seine Hand wird ihn schützen und vor dem Unheil bewahren. Im intensiven Nachdenken und Erwägen können die Menschen tiefer sehen und Gottes Nähe entdecken, der seinem Volk immer neu seine Gnade schenkt.

"Was wird wohl aus diesem Kind einmal werden?" Die Geburtsgeschichte von Johannes dem Täufer lädt ein, sich nicht mit dem Oberflächlichen und Vordergründigen zufrieden zu geben. Das wirklich Wichtige und Entscheidende kann man nur dann finden, wenn man es mit dem Herzen betrachtet. Erst dann kann man Gottes Spuren in dieser Welt finden.

Erst dann wird man fähig zu erkennen, wie sich Gott auch in unserem Alltag immer neu gnädig erweist.

Fabian Brand
(KNA)

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