Pilgern liegt im Trend
Pilgern liegt im Trend

21.08.2019

Warum Pilgern weiter im Aufwind bleibt "Man hat einen Mehrwert"

Das Pilgern, zum Beispiel nach Santiago de Compostela, ist nach wie vor sehr beliebt und liegt scheinbar im Trend. Warum sind die Menschen so gerne auf Gottes Wegen unterwegs? Jürgen Neubarth vom Bayerischen Pilgerbüro gibt Antworten.

DOMRADIO.DE: Was macht Pilgern so attraktiv?

Jürgen Neubarth (Bayerisches Pilgerbüro): Pilgern ist attraktiv, weil man eben nicht nur normal besichtigt, sondern auch das Thema der Sinnsuche hat, das Thema des Spirituellen. Man hat einen Mehrwert. Ich bin also nicht nur mit einem Reiseführer unterwegs und schaue, dass ich die Sehenswürdigkeiten abklappere, sondern gehe ins Detail und schaue mir die Kleinodien an.

DOMRADIO.DE: Ist das für die Menschen so eine Art Urlaub mit Sinn oder die Suche nach dem Unterschied zum normalen Wanderurlaub?

Neubarth: Ich würde auf jeden Fall behaupten, dass das so ist. Besonders dann, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, in der es vielleicht noch einen Austausch mit einem Pilgerleiter gibt. Wenn ein Gespräch möglich ist, dann hilft das, die Dinge einfach intensiver zu erleben, und man kann neben dem Begutachten der Landschaft und der Sehenswürdigkeiten auch noch Menschen kennenlernen und auch über sein eigenes Leben besser reflektieren.

DOMRADIO.DE: Sind denn alle Pilger zwangsläufig gläubige Menschen?

Neubarth: Gläubig ist in irgendeiner Form, glaube ich, jeder. Es ist schon so, dass die meisten Pilger gläubig sind. Es muss jetzt aber nicht sein, dass sie unbedingt Katholik sind oder einer anderen Glaubensrichtung angehören, sondern es ist einfach wichtig, dass man etwas spirituell ist und das ist durch den Glauben eigentlich gegeben.

DOMRADIO.DE: Was den Jakobsweg angeht, wird immer wieder auf Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" verwiesen. Was glauben Sie macht den Jakobsweg besonders attraktiv?

Neubarth: Der Jakobsweg ist einfach attraktiv, weil er so viele Möglichkeiten bietet. Wenn man hier bei uns in München am Starnberger See ist, dann hängt dort schon die Jakobsmuschel. Wenn man im Rheingraben ist, findet man überall die Jakobsmuschel, die den Weg nach Santiago de Compostela zeigt. Es ist wie ein Spinnennetz, das ganz Europa überzieht und sich dann an den Pyrenäen bündelt. Man hat einfach das Gefühl: Der Jakobsweg ist überall.

DOMRADIO.DE: Die schöne Landschaft in Nordspanien unterstützt das Ganze sicherlich noch?

Neubarth: Mit Sicherheit. Vor allem auch, dass man durch unterschiedliche Landschaften pilgert. Es gibt Gebirge, aber auch weite Ebenen. Immer wieder gibt es kleine Punkte, kleine Kapellen, hier und da ein Kreuz und Möglichkeiten, einfach auch mal ein bisschen abseits zu gehen. Die Infrastruktur ist einfach da. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten und auch die Möglichkeit, das Gepäck transportieren zu lassen. Somit kann man auch sagen: Man macht vielleicht das Ganze ein bisschen luxuriöser.

DOMRADIO.DE: Wie viel bedeutet beim Pilgern denn eigentlich ein bestimmtes Ziel, ein Ankommen an einem besonderen Ort?

Neubarth: Mir persönlich – und den meisten Pilgern auch – ist dieses Ziel sehr wichtig, obwohl es heißt: Der Weg ist das Ziel. Aber ich will am Ende ein Ziel haben. Ich meine, das ist ja bei einer normalen Bergtour schon so. Wenn ich auf den Gipfel will, dann will ich auch auf den Gipfel. Es ist ganz schlimm, wenn ich dann am Sattel aufhören muss, weil ich feststelle, dass es zeitlich nicht mehr geht oder wenn das Wetter umschlägt.

So ist es bei einem solchen Weg in einer viel größeren Form. Wenn ich mir vorgenommen habe in zehn Tagen am Ziel zu sein, dann will ich das auch erreichen. Was den Jakobsweg auch so schön macht, ist, dass auch die einzelnen Etappenziele ein Highlight sind. Wenn ich beispielsweise Einsiedeln in der Schweiz oder Vézelay in Frankreich erreiche, dann ist es für mich genauso wichtig wie dieses Fernziel Santiago, dem ich damit näher komme und das ich dann in einem weiteren Weg vielleicht mal erreiche.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 09.07.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Verfassungsschutzbericht 2019 wird heute vorgestellt
  • Frauenquote und "fester Platz" für Lesben und Schwule bei der CDU
  • Papst feiert Messe für Bootfslüchtlinge
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…