Eine Diakonin und zwei Priester während der Weihe von drei Frauen zu alt-katholischen Diakoninnen
Eine altkatholische Diakonin und zwei Priester während eines Gottesdienstes

17.11.2018

Zum 115. Geburtstag des Katholischen Deutschen Frauenbunds "Frauen lieben diese Kirche genauso wie die Männer"

"Wir machen uns stark für Frauen": Der Katholische Deutsche Frauenbund hat seinen 115. Geburtstag gefeiert. Referentin Ute Hücker erklärt, warum es auch im Jahr 2018 noch viel zu tun gibt und warum sie sich eine kleinere Kirche wünscht.

DOMRADIO.DE: Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) wird nicht müde, Weiheämter für Frauen zu fordern und hat damit bisher immer auf Granit gebissen. Macht das nicht manchmal ganz schön müde?

Ute Hücker (Katholischer Deutscher Frauenbund): Ja, das macht müde. Das ist auch manchmal ganz schön frustrierend. Das ist manchmal auch beschämend. Und das macht mich auch manchmal ganz schön wütend.

DOMRADIO.DE: Aber Sie machen trotzdem weiter.

Hücker: Wir machen trotzdem weiter, weil das haben uns unsere Ahninnen mit in die Wiege gelegt: Nicht aufgeben, sondern den Mut haben, immer einen Schritt weiter zu gehen, positiv zu denken, fundiert zu denken und zu handeln und sich auch öffentlich zu äußern. Der Frauenbund setzt sich dafür ein, dass Frauen innerhalb der Kirche mit Männern partnerschaftlich leben und arbeiten und denken können.

Wir würden gerne zusammen mit Männern überlegen, wie wir unsere Kirche in eine gute Zukunft führen können. Das passiert auch an unterschiedlichen Stellen, aber ich glaube, es könnte noch deutlicher und noch mehr sein. Und da ist es notwendig, nochmal einen Stopp zu machen und zu gucken, wo wir eigentlich stehen und wo wir hin wollen, in welcher Art und Weise kann das geschehen und wer bringt welche Fähigkeiten mit, die sich gegenseitig befruchten können. Gemeinsam könnte man, glaube ich, eine ganze Menge erreichen.

DOMRADIO.DE: Was muss denn passieren, damit es für die Frauen in der katholischen Kirche tatsächlich mal weitergeht?

Hücker: Ich glaube, dass wir eine gewisse Offenheit brauchen und das Vertrauen in die Frauen, dass sie diese Kirche genauso lieben wie die Männer, dass sie sie genauso begleiten, führen und weiterentwickeln möchten. Wir sind eine Gemeinschaft im Glauben. Es gibt etwas, was uns trägt, was uns stützt, was uns Mut macht und da wünsche ich mir einfach mehr Mut, aufeinander zuzugehen und zu sagen: Komm, du willst es doch auch. Lass uns zusammen gucken, wie wir Veränderungen hinkriegen. Lasst uns als Frauenverband, als Priester, als Laien, als katholische Organisation schauen, wie wir diese Kirche mit Freude gestalten können. Das ist doch eigentlich das Ziel.

DOMRADIO.DE: Wir haben über Weiheämter für Frauen gesprochen. Was bewegt den KDFB in diesen Zeiten noch ganz besonders?

Hücker: Die Frage nach der Gleichberechtigung. Wir haben schon viel erreicht, aber Frauen sind in unserem Land noch nicht gleichberechtigt. Besonders dann nicht, wenn ich an gerechtere Entlohnung denke. Es hapert auch an Möglichkeiten für Frauen, Führungspositionen in der Gesellschaft einzunehmen. Wenn ich auf den Kirchenbereich gucke, gibt es die Frage nach Wiederverheirateten und Geschiedenen, den offenen Umgang mit Homosexuellen in unserer Kirche, der Schutz des Lebens vom Anfang bis zum Ende. Das sind ethische Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen und ich glaube, das sind auch Themen, die die Gesellschaft interessieren.

DOMRADIO.DE: Wenn sie mal träumen dürften, wie würde dann die katholische Kirche aussehen, wenn der KDFB seinen 150. Geburtstag feiert?

Hücker: Das wäre im Jahr 2053. Wenn ich einen schönen Traum beschreibe, dann ist die Kirche klein und fein. Dann sind dort ganz aktive Frauen und Männer, die sich sämtliche Verkündigungsarbeit und Aufgaben teilen, die auch mal gemeinsam auf der Bank in der Sonne sitzen und sagen: "Weißt du noch früher vor 35 Jahren, mein Gott, womit haben wir uns da beschäftigt." Und diese Kirche stellt dann fest, dass sie aufgrund ihrer Kleinheit sehr interessant und attraktiv für Menschen geworden ist, die sagen: Ich glaube, dort kann ich etwas erfahren, was mir fehlt.

Der Alptraum ist, dass es die Kirche nicht mehr gibt. Sie ist klein geworden und hat nur noch einen Sektenstatus. Der Gottesdienst findet quartalsweise statt, Seelsorge über die sozialen Medien, Priester sind Mangelware, Frauen gibt es schon lange nicht mehr. Und ganz ehrlich: Diese Vorstellung finde ich ganz schrecklich und ich möchte nicht, dass sie passiert. Es wäre mir sehr recht, wenn das auch möglichst viele Menschen nicht wollten und gemeinsam gucken wir, wie wir das verhindern können.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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