26.07.2018

Religionsphilosoph sieht die Zeit der Volkskirche beendet Christen weitgehend in der Diaspora?

Die Zeit der Volkskirche ist nach Ansicht des Erfurter Religionsphilosophen Eberhard Tiefensee in Westeuropa vorbei. Sie werde die Ausnahme werden, prophezeiht er. Und Christen würden sich weitgehend in einer Diasporasituation befinden.

Das sagte er im Interview den Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse in Osnabrück. Insbesondere für Deutschland sei die Tendenz deutlich, so Tiefensee. Dabei könne man Ost- und Westdeutschland nicht plakativ vergleichen.

Strukturen ändern

Im Osten komme zum westeuropäischen Rückgang der Religion noch die besondere Geschichte. Dass es aber irgendwann überhaupt keine Christen mehr gibt, könne er sich nicht vorstellen. "Selbst der massive Druck der DDR hat nicht dazu geführt, dass die Kirchenstrukturen zusammengebrochen sind oder ganze Gegenden total entkirchlicht waren."

Die Kirchen werden sich laut Tiefensee angesichts sinkender Mitgliederzahlen "nach innen und außen ganz anders aufstellen müssen". Die Strukturen könnten nicht aufrecht erhalten werden. Schon jetzt gebe es etwa in Hilfsorganisationen und Krankenhäusern viele Nicht-Christen in Leitungspositionen. "Unsere Hauptaufgabe ist zunächst nicht, Christen zu generieren, sondern in diese Welt einen bestimmten Geist hineinzugeben", forderte Tiefensee.

Spannende kommende 100 Jahre

Zudem müsse die Kirche aus der Welt heraus Impulse aufnehmen und sich ändern. "Da kommt dann die Frauenfrage, die Frage nach der Stellung des Priesters, des Bischofs, des Papstes. Diese Dinge sind enorm im Umbruch und lösen natürlich Verunsicherung aus." Auch Sprache und Liturgie würden sich zwangsläufig ändern, ist sich Tiefensee sicher.

Dabei könne in den nächsten 100 bis 200 Jahren ein Kirche entstehen, "die möglicherweise für jemanden, der heute lebt, fast nicht mehr erkennbar ist".

(KNA)

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