Schwarze Madonna von Tschenstochau
Schwarze Madonna von Tschenstochau
Papst Franziskus besucht die "Schwarze Madonna"
Papst Franziskus besucht die Schwarze Madonna im Juli 2016

26.08.2017

Tschenstochau feiert Krönungsjubiläum der Muttergottes-Ikone Die Königin von Polen

Für den Papst ist sie das Bildnis einer echten Mutter: die Schwarze Madonna in Tschenstochau. Am Samstag würdigten Vertreter aus Politik und Kirche die Krönung der Ikone vor 300 Jahren. Ihre Herkunft bleibt ein Geheimnis.

Im polnischen Nationalheiligtum in Tschenstochau (Czestochowa) hat die katholische Kirche das 300-Jahr-Jubiläum der Krönung der Ikone der Schwarzen Madonna gefeiert. Bei der Dankmesse am Samstag unter freiem Himmel vor dem Paulinerkloster auf dem Hügel Jasna Gora würdigte Papst Franziskus in einer Videobotschaft das Bildnis der Gottesmutter von Tschenstochau.

Es zeige Maria nicht als ferne Königin, die auf einem Thron sitze, sondern als Mutter, die ihren Sohn und mit ihm alle ihre Kinder umarme. "Das ist eine echte Mutter mit einem verwundeten Gesicht, eine Mutter, die leidet, die sich die Probleme in unseren Leben wirklich zu Herzen nimmt", so der Papst.

Ranghohe Gäste beim 300-jährigen Jubiläum

An dem Gottesdienst nahmen beinahe alle Bischöfe Polens, Staatspräsident Andrzej Duda und Ministerpräsidentin Beata Szydlo sowie viele Tausend Pilger teil. Als Dank für die Hilfe Marias im Kampf gegen die protestantischen Schweden hatte Polens König Jan II. Kasimir die Gottesmutter am 26. August 1656 zur Königin Polens erklärt. Papst Clemens XI. ließ an der Ikone am 8. September 1717 eine Krone anbringen. Bis heute wird Maria landesweit in jeder Messe als polnische Königin angesprochen.

Franziskus betonte, er wünsche sich, dass "keiner von uns ein Waise ist, denn jeder hat eine Mutter in der Nähe – unübertroffen in der Zärtlichkeit der Königin". Die Gottesmutter kenne und begleite die Menschen auf ihre "typisch mütterliche Weise – demütig und tapfer zugleich, niemals aufdringlich, immer im Guten".

Erzbischof von Gnesen sprach auch zur Politik

Der Primas der katholischen Kirche in Polen, Erzbischof Wojciech Polak, ging in seiner Predigt indirekt auch auf den seit vielen Monaten andauernden Streit zwischen der nationalkonservativen Regierung und der Opposition unter anderem um eine Justizreform ein. "Wir respektieren die verfassungsmäßige Ordnung, die unser Zusammenleben und unsere Koexistenz garantiert, und überstrapazieren sie nicht oder umgehen sie gar", so Polak. Er rief zu einem "echten und aufrichtigen Dialog" auf, um Lösungen zu suchen, "die nicht gegen wen auch immer gerichtet sind". Reformen von Institutionen müssten den Menschen "Gutes und Gerechtigkeit" bringen.

Millionen pilgern jedes Jahr zur Muttergottes-Ikone

Die Schwarze Madonna von Tschenstochau wird nach Kirchenangaben jedes Jahr von etwa 4,5 Millionen Menschen aufgesucht. Franziskus hatte vor der Ikone im Juli 2016 gebetet, als er Polen aus Anlass des katholischen Weltjugendtages in Krakau besuchte. Die Herkunft des Gnadenbildes ist unklar. Ungarische Ordensmänner sollen es kurz nach der Gründung des Klosters Ende des 14. Jahrhunderts in den heutigen Wallfahrtsort gebracht haben.

Seit Jahrhunderten wird die Gottesmutter landesweit als Schutzpatronin Polens und die Ikone als Inbegriff für Glaubenstreue und Vaterlandsliebe verehrt. Die Schwarze Madonna von Tschenstochau ist nach Angaben des Klosters das erste Gnadenbild außerhalb Italiens, an dem ein Papst eine Krone anbringen ließ.

(KNA)

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