Arturo Sosa Abascal
Arturo Sosa Abascal

18.10.2016

Jesuiten wollen Flüchtlingshilfe und Friedensarbeit stärken Neuer Generaloberer stellt Ziele vor

Die Jesuiten sollen sich nach dem Willen ihres neuen Generaloberen verstärkt auf Flüchtlingshilfe und Friedensarbeit konzentrieren. Weitere zentrale Anliegen sollen die Armutsbekämpfung und der interreligiöse Dialog sein.

Das sagte der Venezolaner Arturo Sosa Abascal am Dienstag in Rom. Um die Welt zu verbessern, reiche jedoch der Glaube allein nicht aus. Nötig sei auch "intellektueller Tiefgang". Dieser dürfe allerdings kein Selbstzweck sein. "Wir wollen unsere Mauern nicht mit Akademikern füllen, sondern der Kirche gut dienen", so Sosa.

Erste Pressekonferenz

Sosa wies in seiner ersten Pressekonferenz darauf hin, dass der konkrete künftige Kurs des Ordens derzeit vom Generalkapitel erarbeitet werde, das seit zwei Wochen in Rom tagt. Die Delegierten und Ordensoberen hatten Sosa am Freitag als ersten Nichteuropäer in der rund 500-jährigen Geschichte des Ordens zum Generaloberen gewählt.

Die "Gesellschaft Jesu" hat derzeit nach eigenen Angaben weltweit 16.400 Mitglieder. Sie unterhält etliche Universitäten und Schulen, außerdem einen eigenen Flüchtlingsdienst.

Hoffnung nicht aufgeben

Sosa appellierte dazu, auch in aussichtslos erscheinenden Situationen die Hoffnung nicht aufzugeben. Selbst wenn Waffenhandel, Menschenhandel und Drogenkriminalität unbesiegbar erschienen, gelte es stets, das Unmögliche zu denken: "Es ist eine andere Welt möglich", sagte der Jesuit. Es zeichne den Jesuitenorden aus, dass er im Vertrauen auf Jesus immer voller Hoffnung sei. Sosa ist Nachfolger des Spaniers Adolfo Nicolas (80), der von dem Amt auf Lebenszeit zurückgetreten war. Seit 2008 fungierte Sosa als Berater Nicolas'.

Zusätzlich zu den drei klassischen Ordensgelübden Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam geloben Jesuiten, dass sie sich vom Papst in die Pflicht nehmen lassen. Zum ersten Mal in der Geschichte ist mit Papst Franziskus seit 2013 ein Jesuit Oberhaupt der katholischen Kirche.

Kein "schwarzer Papst"

Arturo Sosa Abascal möchte im Übrigen nicht "schwarzer Papst" genannt werden. Diese Bezeichnung gefalle ihm nicht, erklärte der Venezolaner. Er verwies darauf, dass die Jesuiten sich dazu verpflichteten, nicht nach kirchlichen Ämtern zu streben. Es gehe darum, den Papst und die Bischöfe zu unterstützen. Auch Papst Franziskus, der ebenfalls dem Orden angehört, diene der Kirche als Jesuit.

Die Bezeichnung "schwarzer Papst" spielt auf die Machtfülle des Generaloberen und auf die Farbe seines früheren Gewands an.

(KNA)

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