US-Amerikaner sind flexibel bei Konfessionswahl
US-Amerikaner sind flexibel bei Konfessionswahl

24.08.2016

Studie zum Umgang der US-Amerikaner mit Konfessionswechseln Flexibel bei der Kirchenwahl

Die US-Amerikaner sind bei der Wahl ihrer Gemeinde und ihrer Konfession flexibel. Ungefähr jeder zweite hat laut einer Studie im Laufe seines Lebens nach einer neuen Kirche Ausschau gehalten.

Als Sally und Ben mit ihren vier Kindern in die neue Nachbarschaft von Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina zogen, stand ein Punkt ganz oben auf der To-do-Liste: eine neue Kirche zu finden. Sally erkundigte sich in der Nachbarschaft und an der Schule nach Gemeinden mit einem aktiven Kinder- und Jugendprogramm. Ben bestand darauf, verschiedene Gottesdienste zu besuchen, um den Pfarrer predigen zu hören. Die Entscheidung fiel am Ende auf St. Ambrose, eine Gemeinde, die zur anglikanischen Kirche in den USA (Episcopal Church) gehört. Für die gebürtige Methodistin und den Katholiken schien das ein guter Kompromiss zu sein - obwohl am Ende keiner der beiden "seine" Kirche besucht.

Neues Zuhause - neue Konfession

Nicht ungewöhnlich in den USA, wo laut einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des renommierten Meinungsforschungsinstituts Pew etwa die Hälfte der aktiven Sucher nach einem neuen kirchlichen Zuhause einen Konfessionswechsel schon einmal in Betracht gezogen hat. 48 Prozent der mehr als 3.200 repräsentativ ausgewählten Befragten sagten, sie hätten bereits einen Wechsel in Erwägung gezogen; für 49 Prozent kam dies nicht in Frage.

Zur letzteren Gruppe gehören auffallend viele Katholiken. Die Bande zwischen katholischen Gläubigen und ihrer Kirche scheinen demnach in den USA stark ausgeprägt. Nur rund ein Drittel der befragten Katholiken gab an, in der Vergangenheit den Schritt erwogen zu haben, den Ben mit seiner Familie gegangen ist. Am ausgeprägtesten ist die Wechselbereitschaft laut der Studie bei Protestanten (52 Prozent) und Nichtchristen (51 Prozent).

Kirche bleibt Dreh- und Angelpunkt des sozialen Lebens

Typischer Zeitpunkt für die Suche nach einer neuen Gemeinde ist ein Umzug. Etwa einem Drittel der Befragten ging es wie Sally und Ben, die sich nach einer Ortsverlagerung neu orientierten. Tatsächlich gehört es in vielen Teilen der USA zum guten Ton, nach einem Umzug mit Nachbarn und Freunden über die Kirchensuche zu sprechen.

Dass das Thema eine so große Rolle spielt, verwundert wenig in einem Land, in dem mehr als jeder zweite angibt, mindestens zweimal im Monat einen Gottesdienst zu besuchen. Vor allem im ländlichen Raum sowie im Süden und Mittleren Westen sind die Kirchen weiterhin Dreh- und Angelpunkt des sozialen Lebens.

Thomas Spang

(KNA)

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