Tower Bridge in London
In London fand der Liturgiekongress statt
Kardinal Robert Sarah
Kardinal Robert Sarah

08.07.2016

Liturgiekongress in London beendet Reformen und Geschichte

Ein mehrtägiger Liturgiekongress über die Auswirkungen der Theologiegeschichte auf die Gestaltung des christlichen Gottesdienstes ging jetzt in London zuende. Seit Dienstag berieten sich dort Experten und hochrangige Geistliche.

Einen Schwerpunkt bildeten Beiträge zu den Folgen der Liturgiereform im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Unter anderen sprach Peter Stephan, Professor für Architekturtheorie und Geschichte der Architekturtheorie an der Fachhochschule Potsdam, über die "Wechselhaftigkeit von Liturgie und Architektur am Beispiel der Berliner Hedwigskathedrale". Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping behandelte in seinem Referat am Freitag das Thema Liturgie und trinitarische Theologie. Begleitet wurde der Kongress von Gottesdiensten nach dem nachkonziliaren Ritus und nach dem Messbuch von 1962.

Rückkehr zur Messfeier in Richtung Osten?

Für Schlagzeilen hatte das Einführungsreferat des Präfekten der vatikanischen Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah, gesorgt. Er wünschte sich eine Rückkehr zur Messfeier in Richtung Osten. Es sei "sehr wichtig, dass wir schnellstmöglich zur gemeinsamen Ausrichtung von Priestern und Gläubigen zurückkehren, nach Osten oder zumindest in Richtung der Apsis, also auf den ankommenden Herrn hin", so Sarah.

Als einen guten Termin für die Änderung nannte er den ersten Adventsonntag. Die Priester sollten so verfahren, wo immer es möglich sei. Dieser Schritt sei "gut für die Kirche und auch gut für unser Volk". Sarah berief sich in seinen Ausführungen auf eine Bitte von Papst Franziskus. Dieser habe ihn beauftragt, Möglichkeiten zu einer "Reform der Reform" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) im Bereich der Liturgie zu prüfen. Einige der Reformen nach dem Konzil seien zu sehr vom damaligen Zeitgeist beeinflusst gewesen und über die Liturgiekonstitution "Sacrosanctum Concilium" hinausgegangen.

Gedanke an die Wiederkunft Jesu Christi

Kirchen sind seit frühchristlicher Zeit nach Osten ausgerichtet. Dahinter steht der Gedanke an die Wiederkunft Jesu Christi am Jüngsten Tag. Im Begriff Orient (von lateinisch oriri, aufgehen) ist der Osten gekennzeichnet als die Richtung des Sonnenaufgangs. Die Sonne bringt Licht und Leben und ist so Symbol für Christus, der sich selbst auch als "Licht der Welt" bezeichnet.

Seit der Liturgiereform nach dem Konzil zelebriert der Priester mit und zur betenden Gemeinde hin statt wie zuvor über Jahrhunderte "mit dem Rücken zum Volk". Die Liturgiekonstitution von 1963 forderte mehr Einsatz der jeweiligen Landessprache im Gottesdienst. Die Gläubigen sollten als Gemeinde aktiv ins liturgische Geschehen einbezogen werden; die Zentrierung auf den Priester tritt zurück. Das neue römische Messbuch von 1969/70 ging weiter und schaffte die alte Tridentinische Messe ab, bei der die Priester das Messopfer mit dem Rücken zur Gemeinde feiern. Zahlreiche Traditionen und Riten wie etwa die Kanzelpredigt oder die "Stillen Messen" wurden abgeschafft.

(KNA)

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