10.05.2016

Theologe konstatiert starken Wandel des Priesterberufs "Zeiten von Hochwürden sind vorbei"

Der Beruf des katholischen Priesters und dessen Ansehen haben sich nach Worten des Osnabrücker Regens Ulrich Beckwermert stark gewandelt. "Die Leute nehmen die Priester heute ganzheitlich wahr. Die Zeiten von Hochwürden sind vorbei".

Das sagte der für die Priesterausbildung im Bistum zuständige Theologe der "Neuen Osnabrücker Zeitung". So sei etwa der Vertrauensvorschuss von einst dramatisch gesunken. Gründe seien die Finanzaffäre Tebartz-van-Elst und der Missbrauchsskandal, so Beckwermert.

Mehr Wertschätzung in der Vergangenheit

Früher habe man das Gefühl gehabt, mit dem Label Priester alles bewegen zu können, so der Osnabrücker Regens. Das gehe heute nicht mehr. Damals seien Widerworte undenkbar gewesen, während heute ein "intensiver Diskurs" an der Tagesordnung sei. "Früher gab es eine hohe Wertschätzung, wenn man Priester werden wollte, und die Leute haben gesagt: Toll. Heute fragen sie: Du willst Priester werden? Was ist denn mit dir los?"

Spätberufene in der Mehrzahl

Beigetragen zum Wandel hat laut Beckwermert auch die Tatsache, dass heute nicht mehr überwiegend junge Männer nach dem Studium den Priesterberuf ergreifen, sondern die Spätberufenen in der Mehrzahl sind. Derzeit gibt es im Bistum Osnabrück mit Peter Grunwaldt nur einen Priesteramtskandidaten. Der 54-jährige Ex-Banker wird am Samstag im Osnabrücker Dom zum Priester geweiht. Das Bistum Osnabrück kooperiert mit den Diözesen Limburg, Hamburg und Hildesheim, die neben dem Jesuitenorden Träger des neuen Priesterseminars Sankt Georgen in Frankfurt sind.

(KNA)

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